Kurz vor ACHT : Die Seife bringt es an den Tag

Die Schweinegrippe lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Ort, der im Volksmund auch als „Örtchen“ bekannt ist: genauer gesagt auf die Schülertoiletten.

Susanne Vieth-Entus

Schülertoiletten sind ja zumeist in einem Zustand, der von den Betroffenen als grobe Zumutung empfunden wird, und zwar in optischer, geruchsmäßiger und hygienischer Hinsicht.

Eltern bringen das mitunter bei der Einschulung zur Sprache, wenn sie noch nicht gelernt haben, sich zu bescheiden. Auch der eine oder andere Schülersprecher nimmt das Thema auf seine Agenda, um es dann rasch wieder zu verdrängen – mangels Erfolgsaussichten. Allerdings zieht sich der beklagenswerte Zustand vieler Schülertoiletten wie ein übel riechender Faden durch ganze Bibliotheken von Schüler- und Abizeitungen.

Merkwürdig unbeeindruckt verhalten sich dabei viele Schulleiter. Sie verweisen mit Vorliebe darauf, dass der beklagenswerte Zustand entweder den Sparmaßnahmen des Senats oder aber dem Vandalismus der Schüler geschuldet sei.

Nun aber müssen sie sich was einfallen lassen: Die Schweinegrippe rückt an und mit ihr das Gesundheitsamt. Es soll kontrollieren, ob es überall Seife und Einmalhandtücher gibt – die Minimalausstattung sozusagen. Schulleiter sollten diese Herausforderungen als Gelegenheit nutzen, mal die Schülertoiletten zu besuchen: Vielleicht erfahren sie bei der Gelegenheit mehr über den Zustand ihrer Schule, als sie sich vorstellen können. sve

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