Kurz vor ACHT : Eingeschnappte Empörung

„Braucht Berlin einen Bildungssenator?“, fragt der Landeselternausschuss provokant in seiner jüngsten Pressemitteilung. Es folgt eine Auflistung der ungelösten Dauerprobleme, mit denen sich Jürgen Zöllner (SPD) so herumschlägt. Die Qualität der Auflistung ist allerdings recht durchwachsen. Zu Recht kritisiert das Gremium etwa, dass der jüngste Ergebnisbericht zu den Schulinspektionen noch nicht präsentiert wurde. Es trifft auch den Nerv vieler Schulen, wenn es kritisiert, dass die Lehrerzuteilung für das kommende Schuljahr noch nicht feststeht.

Wenig überzeugend ist allerdings die Schelte, die ins Allgemeine zielt: Da wird von Zöllner verlangt, dass er Lösungen für das Problem der Nachhilfe ebenso präsentiert wie für die Benachteiligung von Jungen im Schulbetrieb. Nicht nachvollziehbar ist auch die Eile des Landeselternausschusses in Bezug auf Konsequenzen aus der umstrittenen Element-Studie: Zwar hat Zöllner angekündigt, dass die Defizite bei der Förderung leistungsstarker Schüler untersucht werden sollen. Allerdings ist das noch nicht so lange her, als dass man jetzt bereits mit den Füßen scharren müsste.

Angesichts der überzogenen Bausch- und-Bogen-Kritik des Landeselternausschusses kommt der Verdacht auf, dass hier einer sein Mütchen kühlen will: Landeselternsprecher André Schindler ist – zu Recht – enttäuscht, dass Zöllner seinen Vorschlag ignoriert, in der Bildungsverwaltung eine Ombudsstelle für Eltern, Lehrer und Schüler einzurichten. Das aber ist kein ausreichender Grund, so über das Ziel hinauszuschießen. sve

Was sonst noch so passiert in Berlins Schulen, ist jetzt auch nachzulesen im Webblog: http://schule.tagesspiegel.de

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