Kurz vor ACHT : Erfolgserlebnisse für Eltern

Berlins Eltern machen zurzeit "Selbstwirksamkeitserfahrungen". Mit viel Arbeit und erfolgreichen Protesten setzen sie ihre Ziele durch.

Susanne Vieth-Entus

„Selbstwirksamkeitserfahrungen“ lautet das Zauberwort aus der Pädagogik. Was damit gemeint ist: Lehrer sollen den Schülern zu Erfolgserlebnissen verhelfen, sollen ihnen die Möglichkeit geben, etwas selbst zu tun, ihre eigenen „Werke“ bewundern zu können, damit sie wieder Mut und Kraft haben für neue Herausforderungen.

„Selbstwirksamkeitserfahrungen“ machen zurzeit auch Berlins Eltern. Jüngstes Beispiel: Ihr erfolgreicher Protest gegen die Streichung der Therapeutenstellen an Pankows Sonderschulen. Der klamme Bezirk hat einen Rückzieher gemacht und beschlossen, die Sparvorgaben an anderer Stelle umzusetzen.

Eindrucksvoll war auch der Erfolg der Lichtenrader Eltern. Sie verhinderten jetzt die Schließung der Taunus-Grundschule. Das war ein hartes Stück Arbeit, zumal der zuständige Stadtrat nicht bekannt dafür ist, Elternprotesten generell rasch nachzugeben, wie vor einigen Jahren die Schließung der Schwielowsee-Schule gezeigt hatte. Aber die Taunus-Eltern waren nicht nur ausgesprochen fantasievoll und zogen alle Register von selbstgemachten Comics über Protestübernachtungen bis hin zu Kundgebungen, sondern sie ertappten die Verwaltung auch bei Formfehlern.

Dennoch bleibt es natürlich dabei, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn in den einzelnen Stadtteilen die Schüler fehlen. Es sollten aber nicht ausgerechnet die Schulen sein, die gute Arbeit machen.

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