Kurz vor ACHT : Gesucht: Marode Schulen

Es gibt Momente, da ist für Lehrer, Schüler, Eltern, Schulräte und Bezirkspolitiker die Welt gleichermaßen in Ordnung. Ein solcher Moment war am vergangenen Donnerstag am Wald-Gymnasium in Westend: Nach ungefähr 20 Jahren in der Warteschleife bekam die Schule für 2,7 Millionen Euro ihren ersehnten neuen Gebäudetrakt für den naturwissenschaftlichen Unterricht wie auch den behinderten- und umweltgerechten Umbau. Sie seien alle miteinander „völlig begeistert“, schwärmte Chemielehrerin Elvira Beetz beim Rundgang mit Bildungsstadtrat Reinhard Naumann.

Während andere Bezirke den schönen Geldregen vom Konjunkturprogramm des Bundes etwa dafür nutzen mussten, Kantinen für die überlasteten Turbo-Gymnasiasten zu bauen, konnte Wilmersdorf-Charlottenburg andere Schwerpunkte setzen. Der Grund: Stadtrat Naumann hatte es schon vor dem Konjunkturprogramm geschafft, seine Gymnasien mit neuen Mensen zu versorgen.

Dass es trotz der Milliarde Euro, die zurzeit aus allen möglichen Geldtöpfen in Berlins Schulbauten fließt, immer noch Horrorecken gibt, gehört allerdings auch zur Wahrheit. Das konnte man wieder feststellen, als Boris Becker kürzlich den Startschuss zur Renovierung der Georg- Weerth-Schule in Friedrichshain gab. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass diese Schule aus Platzmangel in ein Gebäude umgezogen ist, das eigentlich stillgelegt werden sollte. Deshalb glaubt die Bildungsverwaltung, dass der „Fall Weerth“ eine Ausnahme ist. Oder gibt es solche maroden Schulecken doch noch immer wie Sand am Meer? Das wüssten wir gern. Deshalb: Schreiben Sie uns und mailen Sie uns einschlägige Fotos an: online.redaktion@tagesspiegel.de sve

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