Kurz vor ACHT : Gute Laune hilft beim Lernen

Dorothee Nolte

Zu Beginn des Schuljahres hatten wir ein bisschen Angst. Eine neue Klassenlehrerin sollte zu den Drittklässlern kommen, auweia! Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist die Neue ein Volltreffer: jung, sportlich, bodenständig und warmherzig – die Kinder lieben sie. Und nicht nur sie: Die Französischlehrerin erobert ihre Herzen, indem sie sich zu Beginn des Unterrichts ein Akkordeon vorschnallt und französische Lieder zum Besten gibt, die Musiklehrerin bringt ihnen lustige Liedertänze bei, die Religionslehrerin erzählt packende Geschichten – nein, wir können uns nicht beschweren, im Gegenteil: In einer ganz normalen staatlichen Berliner Schule findet man wunderbare Talente.

Der einzige Wermutstropfen: Es gibt eine Lehrerin, deren fachliche Kompetenz in keiner Weise anzuzweifeln ist. Aber im Klassenzimmer vergeht ihr offenbar die gute Laune. Die Kinder jedenfalls führen Strichlisten: „Heute hat sie zwanzigmal gemeckert und nur einmal gelächelt“, lautet ein typisches Ergebnis kindlicher Statistikwut. „Heute hat sie die ganze Zeit so streng geguckt!“

Nun gut: Kinder, die so viel Glück mit ihren Lehrerinnen haben, dürften auch zwei schlecht gelaunte Stunden verkraften. Oder sollen wir Eltern uns beschweren: Hören Sie mal, warum lächeln Sie so wenig? Einige von uns meinen: Man kann von einem Menschen nicht verlangen, dass er gute Laune hat. Andere halten dagegen: Gute Laune, zumindest meistens, gehört zu den Berufsqualifikationen des Pädagogen. Schon der alte Heraklit hat schließlich gesagt: Lehren heißt ein Feuer entfachen, nicht einen leeren Eimer füllen. Und Feuer entfacht man nicht mit grimmigem Gesicht. Dorothee Nolte

Mit Humor lernt es sich besser, schreibt Peter Veith in seinem neuen Buch „Humor im Klassenzimmer“ (erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht, 144 Seiten, 14,90 Euro) und gibt darin Tipps, wie sich der Unterricht humorvoller gestalten lässt.

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