Kurz vor ACHT : Hunderte Hoffnungen

Annette Kögel

Eigentlich könnte diese Rubrik heute auch „Kurz nach hundert“ heißen. Denn viele Schulen feiern dieser Tage ihr 100-jähriges Bestehen. Stellvertretend soll hier das Neuköllner Albert-Schweitzer-Gymnasium erwähnt werden, das die ganze vergangene Woche über Geburtstag feierte. „Wie auch das KaDeWe, das Adlon und das Strandbad Wannsee“, hieß es während der Feierstunde am Freitag.

Es wurde viel gelacht, denn Ex-Schüler und Schriftsteller Horst Bosetzky unterhielt das teils ergraute Publikum. Viele Ehemalige waren gekommen – selbst aus Amerika waren frühere Schüler angereist.

Es wurde auch viel gestaunt, denn Bauhistoriker Wolfgang Krawczynski nahm Gäste, Eltern und Freunde der Schule mit zu einem virtuellen Stadtbummel zu den Bauwerken des Architekten Reinhold Kiehl, der nicht nur die Schule, sondern auch viele andere Gebäude im Bezirk entworfen hat, unter anderem die Passagen an der Karl-Marx-Straße.

Und es wurde viel geklatscht. Denn Schüler wie Naile, Aydin, Tzulia, Nima und Maria zeigten mit Violine, Bratsche, Klavier, Querflöte und Zantur, wie feurig „Alle meine Entchen“ in griechisch-türkischer Interpretation klingt.

Es wurden auch Hoffnungen geweckt. Denn Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky warb wie Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang mit Schulleiter Georg Krapp dafür, dass das einzige Ganztagsgymnasium Berlins mit seinem besonderen Profil als „Schule der Sprachen“ in die Regelfinanzierung der Bildungsverwaltung aufgenommen wird. Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall deutete an, dass die Chancen dafür gut stehen. Dabei sollte man prüfen, ob Zusatzkräfte dem Gymnasium gut täten, um die aufwendige Ganztagsbetreuung zu stemmen. Die Lehrer jedenfalls lieben ihre Schule. Sportlehrerin Volkmann-Richter etwa ist der „ASS“ sogar schon seit mehr als vier Jahrzehnten verbunden. Sie war bis 1966 hier Schülerin – und ist seit 1972 Lehrerin. Sie schüttelte bei der Feier mindestens hundert Hände. Annette Kögel

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