Kurz vor ACHT : Jojo mit Erziehern

Im Rahmen der großen Pisa-Reformen ist ja vieles richtig gemacht worden, aber – leider – auch vieles falsch. Zu den falschen Entscheidungen zählt, dass die Schülerläden zerschlagen und die freien Träger vielerorts aus den Schulen vertrieben wurden. Für die Betroffenen war fatal, dass die überschaubaren kindgerechten Strukturen verloren gingen – was die Politik allerdings ziemlich kalt ließ.

Erst wenige Wochen ist es her, dass eine Art Rückwärtsbewegung einsetzte: Plötzlich gab Bildungssenator Jürgen Zöllner die Devise aus, dass die Horte an den Schulen doch ruhig wieder privatisiert werden könnten. Wohl bemerkt: Dieser Sinneswandel war nicht das Ergebnis einer Einsicht der Art, dass kleine freie Strukturen Vorteile gegenüber staatlichen haben. Vielmehr reagierte Zöllner nur auf den grassierenden Erziehermangel im öffentlichen Dienst.

Und nun passiert, was verständlich ist: Die Schulen sind es leid, wieder etwas Neues auszuprobieren und sich von den inzwischen vertrauten „staatlichen“Erzieherinnen zu trennen, ohne zu wissen, welches Personal stattdessen kommt. Deshalb geht die allgemeine Tendenz dahin, die Aufforderung des Senators zu ignorieren – trotz des hohen Krankenstandes und der schleppenden Einstellung im öffentlichen Dienst. Die Leidtragenden sind die Kinder, denen die Erzieher fehlen. Landeselternsprecher André Schindler hat recht, wenn er mit dem Finger auf Zöllner zeigt: Er muss jetzt wenigstens die befristeten Verträge der Erzieherinnen verlängern, die da sind, anstatt auf freie Träger zu verweisen, zu deren Einsatz sich die Schulen erst noch entschließen müssen. sve

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