Kurz vor ACHT : Krankheiten und andere Störungen

Alles hängt immer mit allem zusammen. In Sachen „Unterrichtsausfall“ auf jeden Fall. Da gibt es die allgemeine Krankheitswelle, die sich immer gern in der dunklen Jahreszeit Bahn bricht, da ist auch der hohe Altersschnitt der Lehrer und die hochgesetzte Arbeitszeit, die an den Kräften zehrt, da fehlen die Nachwuchslehrer, und die neue Regelung mit dem Vertretungsbudget läuft nicht rund.

Aber das ist noch nicht alles, wie sich jetzt herausgestellt hat. Was den Unterrichtsausfall weiter befördert, ist die Tatsache, dass sich einige Lehrer krankgemeldet haben, um Klausuren zu korrigieren. Die Bildungsverwaltung hat nämlich die Zeugnistermine für die Zwölft- und Dreizehntklässler auf den 20. Dezember vorverlegt, damit die beiden Schulhalbjahre etwa gleich lang sind.

Was gut gemeint war, entpuppt sich jetzt als kaum praktikabel: Die Schüler hatten wenig Zeit zu lernen, weil die Klausuren sich ballen, und die Lehrer haben kaum Zeit zu korrigieren, weil der frühe Zeugnistermin droht. Etliche Schulleiter und Lehrer haben sich jetzt an den Bildungssenator gewandt mit der Bitte, die Regelung vom grünen Tisch zurückzunehmen. Ralf Treptow vom Verband der Oberstudiendirektoren macht den Vorschlag, die Zeugnisvergabe besser wenige Tage nach Ferienende anzusetzen, damit die Schüler mehr Zeit zum Lernen haben. Dann könnten die Lehrer wie üblich in den Ferien korrigieren.

Die Bildungsverwaltung kann die Argumente, wie man hört, nachvollziehen, fragt sich aber, warum die Schulleiter erst jetzt interveniert haben – zu spät, um kurzfristig was zu retten. So bleibt als „Lösung“ der Unterrichtsausfall und erneut die Erkenntnis, dass eben tatsächlich alles mit allem zusammenhängt. sve

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