Kurz vor ACHT : Kreuzberger Verhältnisse

In Sachen „Migrantenförderung“ hat man zunehmend das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Einerseits, weil der fortwährende Ehegattennachzug die Integration weiter erschwert. Andererseits, weil der Politik einfach nichts Neues einfällt, um wenigstens die Probleme der Kinder zu lindern. Im Gegenteil: Gerade wieder ist aus Kreuzberger Grundschulen zu hören, dass bis zu 28 Kinder in die ersten Klassen gesteckt werden, in denen doch eigentlich das Fundament für die schulische Zukunft der Kinder gelegt werden muss.

Die Zahl „28“ brennt auch deshalb in den Augen, weil seit einigen Jahren Schulen mit vielen Migranten nicht mehr als 20 Kinder pro Klasse aufnehmen mussten. Für das kommende Schuljahr aber gelten neue Richtlinien. Nicht nur der Grundschulverband fragt sich, wie man unter dieser verschlechterten Bedingung sowohl die Sprachförderung als auch die Jahrgangsmischung in sozialen Brennpunkten bewältigen soll.

Was will Bildungssenator Jürgen Zöllner damit sagen? Dass man Migranten auch in großen Klassen gut fördern kann?

Mit dieser Annahme dürfte der Senator ziemlich allein dastehen. Jedenfalls war die SPD schon mal weiter. Nicht nur bei ihrem letzten Bildungsparteitag, sondern schon vor 25 Jahren: Damals vermeldete der Tagesspiegel, dass die SPD für Kreuzbergs Migrantenschulen eine doppelte Lehrerzumessung forderte. Heute ist zweierlei anders: Erstens haben sich die damals nur in Kreuzberg herrschenden Verhältnisse auf die gesamte Stadtmitte (West) ausgedehnt. Und zweitens ist die SPD heute in der Regierung. sve

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