Kurz vor ACHT : Nur Vergleichbares vergleichen

In Sachen „Vera“ treten Schulen und Verwaltung weiterhin auf der Stelle: Hier hört man das Klagelied der Lehrer über zu wenig Personal und zu schwere Aufgaben, dort behauptet der Senator das Gegenteil. Wahrscheinlich können beide Seiten zur Zeit nicht zusammenkommen – zu schwierig ist die Lage in den Brennpunktschulen, zu eng aber auch das finanzielle Korsett, in dem Zöllner sich bewegen muss. So bleibt erst mal nichts anderes übrig, als die aktuellen Vera-Ergebnisse abzuwarten.

Angesichts der dann vorliegenden Fakten müsste allerdings der argumentative Stillstand überwunden werden. Jedenfalls dann, wenn die Fakten richtig ausgewertet sind. Die Initiative verlangt zu Recht, dass vor allem die Ergebnisse vergleichbarer Schulen beleuchtet werden sollten. Was heißt vergleichbar? Den Anteil der Hartz-IV-Kinder etwa müsste man zugrunde legen. Wenn zwei Schulen hier gleichauf liegen und auch eine ähnliche Quote von Kindern mit Sprachschwierigkeiten haben – nur dann ist ein objektiver Vergleich wirklich möglich.

Allerdings sollte Zöllner sich nicht damit begnügen, eine einzige Vorzeige- Brennpunkt-Schule ausfindig zu machen, an der Vera funktioniert. Das Land muss Schulen so ausstatten, dass sie auch mit durchschnittlich motiviertem Personal erfolgreich sein können. Und dann noch eines: Vera darf als Diagnoseinstrument nicht zu ernst genommen werden, solange die Klassenlehrer selbst die Arbeiten überwachen und auch selbst die Ergebnisse eingeben. Nicht nur an Brennpunktschulen wird gemunkelt, dass sogar Zehlendorfer Lehrerinnen Vera tags zuvor mit den Kindern üben, damit die Eltern ihnen keine Vorhaltungen wegen schlechter Ergebnisse machen. sve

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