Kurz vor ACHT : Schlechte Stimmung

Eigentlich hatte sich Bildungssenator Jürgen Zöllner die Adventszeit ganz anders vorgestellt: Die Stadt sollte über sein ambitioniertes Qualitätspaket diskutieren, um dann im Januar Entscheidungen zu fällen. Stattdessen kontern Lehrer und Erzieher aus dem Krisenherd Mitte mit einem eigenen „Qualitätspaket“, das allerdings in eine ganz andere Richtung geht. Es handelt nicht von Fortbildungsverpflichtungen und schöner neuer Transparenz bei den Vergleichsarbeiten, sondern von bitteren Klagen über die Arbeitsbedingungen an der Basis. Es sind dieselben Klagen, die der Senator schon bei seinem Amtsantritt hören musste und die sich zurückverfolgen lassen bis zu den Sparmaßnahmen seines Vorgängers.

Dass der neueste Brief aus Mitte nicht „Brandbrief“ heißt, macht die Sache nicht besser für Zöllner. Vielmehr zeigen die 400 „Statements“ mit 1700 Forderungen, dass die Lehrerschaft weit davon entfernt ist, sich mit ihrer Lage abzufinden. Aber das ist noch nicht alles: Wenn jetzt auch noch die Sekundarschulen in sozialen Brennpunkten mobil machen und zudem im Frühjahr die Vorbereitungen für den angekündigten Beamtenstreik anlaufen, wird Zöllner sich etwas einfallen lassen müssen. Einen ersten – kostenneutralen – Vorschlag hat bereits Pisa-Papst Jürgen Baumert gemacht: Zöllner möge doch darauf verzichten, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten zu veröffentlichen. Dies widerspreche dem Sinn dieses Instruments ohnehin völlig. Damit hätte Zöllner schon eine Forderung der Lehrer erfüllt. Woher er allerdings die mehrstelligen Millionenbeträge nehmen soll, um den Ruf nach Arbeitsentlastung zu beantworten, steht komplett in den Sternen. Wie eh und je. sve

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