Kurz vor ACHT : Turboabiturienten – wehrt euch!

Es gibt sie, die Turboabiturienten, die bis 17 Uhr im Leistungskurs Mathematik und Physik pauken. Die ab acht Uhr in der Schule sitzen, sich nach einigen Stunden Unterricht und ein, zwei oder drei Freistunden in ungemütlichen Fluren noch mal mit schwer verdaulicher Differentialrechnung beschäftigen dürfen. All das hat die aktuelle Umfrage des Landeselternausschusses bestätigt. Es gibt Kurse, die bis 18.30 Uhr dauern. Vielleicht „nur“ Sport und Darstellendes Spiel, aber anschließend warten ja noch Hausaufgaben und Klausurvorbereitungen. Manche Schulen haben keine andere Wahl, weil sie so begehrt sind, dass die Räume nicht reichen für all die Kurse. Dann muss man vielleicht in den späten Nachmittag ausweichen, wie das angesehene Tegeler Humboldt-Gymnasium nachvollziehbar erläutert. Die Frage ist nur: Haben alle betroffenen Schulen so plausible Erklärungen? Gibt es wirklich keine Alternative zum langen Schulalltag? Eltern und Schüler sollten sich nicht abspeisen lassen mit halbgaren Erklärungen. Sie dürfen auch nachfragen, warum das eine Gymnasium Stützkurse für die benachteiligten Turboabiturienten anbietet und das andere nicht. Warum sich der eine Lehrer Mühe gibt, die Lücken der Elftklässler zu schließen und der andere nur kaltschnäuzig darüber hinweggeht. Dafür wurden die Eltern- und Schülergremien schließlich gewählt. Das verkürzte Abitur ist vor allem dort ein Aufreger, wo schlecht organisiert wird. sve

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