Kurz vor ACHT : Unangenehme Nebenwirkung

Feste Zusagen haben für Politiker unangenehme Nebenwirkungen: Sie bleiben eher im Gedächtnis als schwammig Dahingesagtes, und hinterher kann der Bürger zudem leichter nachprüfen, ob auf den Verantwortlichen Verlass ist. Eigentlich hätte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) das wissen müssen, als er vor drei Wochen zusagte, dass „in drei Wochen“ auch die letzten Schulen die noch fehlenden Lehrer bekommen würden. Dass er diese Zusage machte, kann man nur damit erklären, dass er entweder selbst fest daran glaubte, sein selbst gestecktes Ziel erreichen zu können, oder dass er die Berliner für extrem vergesslich hielt.

Nun also sind die drei Wochen um und noch immer sind etliche Schulen täglich damit beschäftigt, Lücken zu stopfen. Und zwar nicht nur die Lücken, die durch aktuelle Krankheiten gerissen wurden, sondern alte Lücken, die zum Teil schon seit Monaten absehbar waren, weil schon damals Pensionierungen anstanden. Schwer zu sagen, warum es so lange dauert, den Schulen die ihnen zustehenden Lehrer zuzuweisen. Entweder liegt es daran, dass es in den Mangelfächern einfach kein Personal mehr gibt. Oder die Ursache ist, dass es mit den Zwangsversetzungen aus den östlichen Bezirken nicht so klappt. Oder es zeigt sich, dass sich ein so großer Apparat zentral eben doch nicht so punktgenau steuern lässt. Egal welche Antwort stimmt: Fest steht, dass Zöllner sich geirrt hat. sve

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