Kurz vor Acht : Zu früh gefreut

In Berlin wurden erstmals offizielle Zahlen zum Lehrermangel veröffentlicht.

Was transparentes Verwaltungshandeln ist, hat gestern Bildungssenator Jürgen Zöllner vorgemacht. Anstatt erst Raum zu lassen für wilde Hochrechnungen, hat er bekannt gegeben, wie viele Schulen noch zu wenig Lehrer haben. Möglich wurde das nur deshalb, weil er – auch das ein Novum – schon vor Ferienende an allen Schulen hatte abfragen lassen, ob sie genug Personal haben. Bislang musste man auf solche Überblickszahlen monatelang warten. Und auch die Schulen mussten bislang immer viel Geduld haben, bevor sie Ersatz für fehlende Pädagogen bekamen.

Die ganz große Erleichterung bleibt allerdings aus. Nicht nur deshalb, weil die Schulleitervereinigung der GEW ankündigt, am Mittwoch wesentlich dramatischere Zahlen zur Unterversorgung bekannt geben zu wollen. Sondern auch deshalb, weil die so euphorisch begrüßte neue Freiheit bei der Einstellung von Vertretungskräften plötzlich wieder eingeschränkt wird. Jetzt muss Zöllner erklären, warum sein Haus quasi über Nacht Regelungen einkassiert, auf die die Schulleiter vertraut hatten. sve

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