Kurz vor ACHT : Zwei Baustellen zum Jahresende

Susanne Vieth-Entus

Schulisch gesehen geht das Jahr 2007 für Bildungssenator Jürgen Zöllner eher unfriedlich zu Ende: Mindestens zwei große Reformen, die ihm sein Vorgänger und SPD-Parteifreund Klaus Böger hinterlassen hatte, erweisen sich als Dauerbaustellen. Da sind zum einen die Ganztagsgrundschulen: Gestern meldete sich die siebte Grundschule zu Wort, die wegen des Erziehermangels mit dem Gedanken spielt, zum freiwilligen Hortbetrieb zurückzukehren und den verpflichtenden Ganztagsbetrieb aufzugeben. Zum anderen gärt es in den Kollegien gewaltig wegen der befohlenen Jahrgangsmischung: Im kommenden Sommer müssen auch die letzten Grundschulen dazu übergehen, die Erst- und Zweitklässler gemeinsam zu unterrichten; die Front der Verweigerer wächst mit jedem Tag.

Das Problem war seit langem bekannt. Die Bildungsverwaltung hatte aber geglaubt, mit einer Vielzahl von Fortbildungen die Bedenken zerstreuen zu können. Genau dies hat aber nicht funktioniert. Entweder haben die Lehrerinnen die Fortbildungen gar nicht erst besucht oder sie waren enttäuscht von dem, was ihnen geboten wurde.

Jetzt reagierte der erste Schulrat mit Druck: Die Kritiker sollen mit Verweis auf das Schulgesetz und „Volkes Wille“ mundtot gemacht werden. Aber was heißt schon „Volkes Wille“? Die Parlamentarier hatten eben auf den Fachverstand der Bildungsverwaltung vertraut.

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