Kurz vor ACHT : 24 Türchen und viele Lücken

Noch zweimal schlafen, dann ist Heiligabend. Noch zwei Türchen des elektronischen Adventskalenders der Elternvertretung Steglitz-Zehlendorf müssen geöffnet werden. Die Türchen offenbarten in diesem Jahr, wie dünn die Personaldecke in allen möglichen schulischen Bereichen ist – angefangen bei den Schulhelfern über die Erzieher und pädagogischen Mitarbeiter bis hin zu den Lehrern. So ging es zum Beispiel darum, dass es keinen Ersatz gibt, wenn ein pädagogischer Mitarbeiter erkrankt: Die behinderten Kinder, die er betreut, sind dann sich selbst überlassen.

Bei den Lehrern ist das anders: Wenn sie krank werden, gibt es Ersatz – zumindest theoretisch, denn dafür gibt es Honorare. Hier besteht das Problem eher darin, dass es für die Schulleiter sehr schwierig ist, überhaupt Aushilfslehrer zu finden.

In früheren Jahren ist allerdings auch dann viel Unterricht ausgefallen, als es noch eine feste Vertretungsreserve in den Schulen gab. Denn die Reserve wurde anderweitig verplant. Deshalb weiß man gar nicht so recht, wie Abhilfe zu schaffen ist. Es wäre ja schon ein Anfang, wenn wenigstens der übrige Unterricht stattfände. Aber auch das ist nicht immer der Fall: Mal entfallen acht Stunden Unterricht wegen eines nur vierstündigen Ausfluges, mal fällt eine ganze Woche der Unterricht aus, weil die anderen Jahrgänge Prüfungen ablegen. Wenn jetzt der Verband der Oberstudiendirektoren fordert, die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss an Gymnasien abzuschaffen, weil sowieso kaum einer durchfällt, sollte man das nicht so einfach vom Tisch wischen – zumindest dann nicht, wenn man es wichtig findet, dass Unterricht überhaupt erst mal stattfindet. sve

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