Kurz vor ACHT : Abstimmen und abwarten

Der Landeselternausschuss beginnt sich zu verzetteln. Anstatt sich auf bestimmte Missstände zu konzentrieren und diese konsequent zu verfolgen und anzuprangern, treibt er ständig eine neue Sau durchs Dorf. Erst war es „nur“ der marode Zustand mancher Schulen und das leidige Thema „Lehrermangel“, das in den Mittelpunkt der aktuellen Protestkampagne gestellt wurde, jetzt geht es wieder um das Turboabitur. Die Forderung des gewählten Elterngremiums lautet, dass jede Schule selbst entscheiden soll, welche Geschwindigkeit für sie am besten ist.

Landeselternsprecher Günter Peiritsch hätte das Gremium vielleicht erst mal darauf hinweisen können, wie viel Kraft die Gymnasien gerade dabei verbraucht haben, den Lernstoff auf zwölf Jahre zu verdichten und die Organisation umzustellen. Oder darauf, dass es international üblich ist, in zwölf (oder weniger) Jahren zur Hochschulreife zu gelangen. Dass also nicht die Anzahl der Jahre das Problem ist, sondern die Organisation des Unterrichts und die Fülle des Stoffs. All dies hat Peiritsch aber nicht gesagt. Stattdessen überlässt er es dem Landeselternausschuss, ein bisschen abzustimmen – als sei das schon genug. Als wären Berlins Schulen der ständigen Reformiererei nicht überdrüssig. Und als gäbe es nicht andere Bundesländer, die längst gezeigt haben, dass Abitur in zwölf Jahren gut funktionieren kann. sve

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben