Kurz vor ACHT : Da ist Musik drin

Ungerechtigkeit ist so ziemlich das Letzte, was Eltern akzeptieren wollen, wenn es um die schulische Zukunft ihres Kindes geht. Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, dass es Beschwerden wegen der Aufnahmekriterien für nachgefragte Schulen geben würde – wie jetzt am Karlshorster Coppi-Gymnasium. Die musisch orientierte Schule hatte beantragt, dass Kinder mit musikalischer Vorbildung aus der Grundschule oder der Musikschule bevorzugt aufgenommen werden sollten. Dann aber kam die böse Überraschung: Die Schulaufsicht lehnte ab. Angeblich sind die angepeilten Kriterien nicht justitiabel.

Den Eltern kommt das komisch vor: Sie weisen darauf hin, dass vergleichbare Kriterien an anderen musischen Schulen in anderen Bezirken akzeptiert wurden. Der Petitionsausschuss soll nun herausfinden, ob es objektive Gründe für die Entscheidung der Behörde gibt oder ob die Schulaufsichtsbeamten in den einzelnen Bezirken mit zweierlei Maß messen.

Die Eltern und die Schule haben für ihr Misstrauen gute Gründe. Denn jahrelang mussten sie erleben, wie ihre Schule systematisch kaputt gemacht werden sollte. Dem Bezirk war nahezu jedes Mittel recht, um die Schließung des beliebten Gymnasiums zu erreichen. Mal ging es darum, einen weniger nachgefragten anderen Standort künstlich am Leben zu erhalten, ein anderes Mal schien es so, als sei die schöne kleine Schule im bürgerlich geprägten Karlshorst den alten Kadern aus politischen Gründen ein Dorn im Auge. Das alles haben die Betroffenen nicht vergessen. Und deshalb ist es nur berechtigt, dass sie sich wehren. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass Bezirk und Schulaufsicht gemeinsam einer beliebten Schule am Zeuge flicken wollen. Das müsste sich ja herausfinden lassen. sve

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