Kurz vor ACHT : Die Ruhe vor dem Sturm

Es ist eine Nachricht, die viele Berliner Schüler, die im neuen Schuljahr in die zwölfte Klasse vorrücken, beunruhigen dürfte: Die Zahl der Studienanfänger 2010 in Berlin ist deutlich gestiegen. Exakt 28 850 Studenten haben sich laut Senatswissenschaftsverwaltung im vergangenen Jahr an einer der Berliner Hochschulen eingeschrieben, 450 mehr als prognostiziert und 2500 mehr als 2009. Was, werden sich viele Schüler fragen, soll dann erst im nächsten Jahr werden? In dem Jahr, in dem der erste Berliner Doppeljahrgang aus G8- und G9-Abiturienten an die Hochschulen drängt – also diejenigen, die nach zwölf beziehungsweise dreizehn Schuljahren Abi machten?

Wie nervös viele Oberstufenschüler sind, ließ sich kürzlich erst an der Zahl derjenigen ablesen, die freiwillig ein Jahr wiederholen wollen: An manchen Gymnasien waren 30 Prozent der Zwölftklässler freiwillig in die elfte Klasse zurückgetreten. Und nicht nur die Schüler, auch viele Eltern sind besorgt: Sie sehen, wie sehr ihre Kinder unter dem Druck leiden. Und sie fürchten um deren Zukunft, wenn es eng wird an den begehrten Hochschulen.

Ein Blick nach Bayern zeigt, dass sich viele der durch das Turbo-Abi verursachten Turbulenzen am Ende in Wohlgefallen auflösen. Dort wurde Anfang Juli der erste G8-Jahrgang verabschiedet. Allerdings hatte sich das Kultusministerium zu einer Rettungsaktion in letzter Sekunde genötigt gesehen: Wenige Tage vor der Rückgabe der schriftlichen Arbeiten senkte das Ministerium die Anforderungen zum Bestehen des Abiturs. Und siehe da, der landesweite Notendurchschnitt wurde besser. kba

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