Kurz vor ACHT : Eine Frage der Zeit

Die Dinge überschlagen sich: Tausende Fälle von Cybermobbing, fünf angedrohte Amokläufe allein seit dem 11. März und dann noch das Dauerproblem mit den aus dem Internet geklauten Hausaufgaben und Referaten – Berlins Schulen haben zurzeit vielfachen Grund, sich über die Schattenseiten des Internets und deren Auswirkungen auf den Unterrichtsalltag Sorgen zu machen. Immer deutlicher wird Eltern und Lehrern, dass sie nicht mehr zurechtkommen mit den Problemen. Jetzt versuchen sie erst mal, Hilfe von externen Fachleuten zu holen oder mit den Kindern „ein ernstes Wort zu reden“.

Dass man damit allein nicht weit kommt, angesichts der Geschwindigkeit, in der das Internet Besitz von allen und allem ergreift, ist aber schon jetzt ziemlich klar. Was also tun? Es könnte sein, dass sich hier ausnahmsweise mal ein dankbares Aufgabenfeld für die Kultusministerkonferenz der Länder auftut: Wenn sie vorschlagen würde, wie man in ganz Deutschland die Medienbildung im Lehramtsstudium verankern könnte, müssten das nicht alle 16 Bundesländer einzeln tun.

Denn das kann dauern, wie man an einem ganz anderen Beispiel sehen kann: Der Beginn der Gastarbeiter-Zuwanderung lag wohl schon 30 Jahre zurück, als Lehrer endlich dazu verpflichtet wurden, sich im Studium mit „Deutsch als Zweitsprache“ zu befassen. So viel Zeit haben die Schulen nicht mehr. Weder in Berlin noch anderswo in Deutschland. sve

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