Kurz vor ACHT : Ende der Grabenkämpfe

Die aus dem Senat ausgeschiedene Linkspartei kann sich den heutigen Dienstag gut und gern als späten Erfolg in ihr Stammbuch schreiben: Mit Reinickendorf wird nun auch der letzte Berliner Bezirk die Schulform einrichten, die von den Linken als Pilotversuch in die ehemalige rot-rote Koalition eingebracht worden war – und zwar über den friedlichen Weg einer Zählgemeinschaft zwischen CDU und Grünen.

Besonders ärgerlich dürfte es aus Sicht der Reinickendorfer Christdemokraten sein, dass ausgerechnet ihre Verweigerungshaltung gegenüber der angeblichen „Einheitsschule“ in Reinickendorf genau dieser viel Popularität verschafft hat: Kaum jemand mochte noch nachvollziehen, warum zwei engagierte Schulen, die gern zur Gemeinschaftsschule fusionieren wollten, immer wieder von CDU-Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt kalt abserviert wurden. Selbst ein engagierter örtlicher Unternehmer, der sich mit Blick auf seine künftigen Azubis für das Projekte einsetzte, biss bei so viel ideologischer Entschlossenheit auf Granit.

So musste erst diese Wahl kommen, damit sich die CDU doch noch bereitfand, die Kröte „Gemeinschaftsschule“ zu schlucken, um die Stimmen der Grünen zu bekommen: Den Reinickendorfer CDU-Größen war letztlich die Macht im Bezirksamt wichtiger als dieses Scharmützel. Als Erkenntnis bleibt: Grabenkämpfe um Schulstrukturen sind in Berlin nicht mehr zeitgemäß. sve

Die neue Gemeinschaftsschule, eine Fusion von Greenwich- und Hannah-Höch-Schule, stellt sich auf der Oberschulmesse heute von 17–20 Uhr vor. Fontanehaus, Wilhelmsruher Damm 42 c

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