Kurz vor ACHT : Ungelöste Probleme

Jetzt brechen sie auf – all die Probleme, die absehbar waren, aber beiseitegewischt wurden im Eifer des politischen Gefechts. Fangen wir beim größten an: dem ungehemmten Zugang zum Gymnasium. Er hat dazu geführt, dass die Anmeldezahlen an den Gymnasien nochmals gestiegen sind und bald die 50-Prozent- Marke erreichen dürften. Genau dies war prognostiziert worden, verbunden mit der Mahnung, dass dann für die Sekundarschulen nicht genug leistungsstarke Kinder übrig bleiben würden.

Der Bildungssenator hatte diese Mahnungen zwar ernst genommen, sich aber dennoch gegen höhere Hürden vorm Gymnasium entschieden. Sein Argument: Jede Art von Aufnahmeprüfung berge Ungerechtigkeiten und Willkür.

Das stimmt. Allerdings muss Zöllner dann auch bereit sein, die Konsequenzen des ungezügelten Zugangs zu tragen. Dazu gehört, dass an die Gymnasien viele Schüler gelangen, die dort nichts zu suchen haben. Die Gymnasien verlangen deshalb zusätzliche Förderlehrer, um diesen Schülern das Scheitern zu ersparen.

Tatsächlich verhalten sich die Gymnasien konsequent: Wenn sie keine rechtliche Handhabe haben, schwache Schüler abzuweisen, muss man ihnen zumindestest mehr Fördermöglichkeiten geben. Andernfalls bleiben den Gymnasien nur zwei Möglichkeiten: Die Schüler nach dem Probejahr abzugeben oder sie immer wieder sitzen bleiben zu lassen.

Ehrlicher wäre es wohl, wenn sich einige Gymnasien in Sekundarschulen umwandeln würden. Dazu aber ist kaum ein Kollegium bereit und kaum ein Bezirk. Womit doch wieder die Koalition am Zuge ist: Sie muss sagen, welche Art von Gymnasium sie will. Und dann entsprechend entweder die Hürden erhöhen oder für mehr Förderung sorgen. sve

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