Kurz vor ACHT : Zwiespältiges Angebot

„Wenn die Lernschwachen dominieren, leiden die Lernstarken“, warnt Reinhard Piekarski. Er leitet die Reinickendorfer Thomas-Mann-Gesamtschule, die jetzt Gymnasium werden will, weil die Kollegen lieber mit Lernstarken arbeiten wollen. Dabei wissen sie, dass mit jedem zusätzlichen Gymnasium mehr und mehr starke Schüler aus den verbliebenen Gesamt- oder künftig Sekundarschulen abgezogen werden. Man kann es den Kollegen nicht verdenken, dass sie für sich und ihre Schule diese Entscheidung gefällt haben, denn sie wussten: Wenn sie das Angebot des Bezirks nicht annähmen, täte es eine andere Schule und nähme der Thomas- Mann-Schule womöglich noch mehr lernstarke Schüler weg. Nein, vorwerfen kann man der Schule diese Entscheidung nicht. Sie reagiert nur auf eine Politik, die erstmal jeden Schüler aufs Gymnasium lässt und die Zahl der Gymnasien – trotz sinkender Gesamtschülerzahlen – nicht begrenzt. Das ist schön für Spätentwickler und ehrgeizige Eltern, aber schlecht für das Niveau der Gymnasien und vor allem für die Sekundarschulen, die keine gute Mischung mehr zustande bringen. Rot-Rot muss sich was einfallen lassen, wenn sie die Sekundarschulen wirklich zur ernstzunehmenden Alternative zum Gymnasium aufbauen will. sve

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