Schule : Kurzmeldungen

Ingo von Dahlern

Erste Vorschusslorbereeren hat er in den vergangenen Monaten ja schon reichlich geerntet - der neue Opel Astra der dritten Generation. Nun dauert es nur noch wenige Wochen, bis er am 20. März in den Ring steigt, um zu beweisen, dass er das viele Lob vorab mit gutem Recht erhalten hat. Und als wir dieser Tage endlich Gelegenheit hatten, den Astra zu ersten Probekilometern in die Hand zu nehmen, verstärkte sich von Kilometer zu Kilometer der Eindruck, dass hier ein Auto auf die Straße kommt, dass trotz der harten Konkurrrenz in der kompakten Mittelklasse gute Chancen hat, nicht nur zu bestehen, sondern vor allen auch gegenüber seinem wichtigsten Konkurrenten auf unserem Markt eine sehr gute Figur zu machen.

Und damit ist der Golf angesprochen, dessen fünfte Generation im Gegensatz zu allen vorangegangenen nicht unbedingt zu den vom Glück gesegneten Modellen gehört und sich im Gegensatz zu den hohen Erwartungen, die man in dieses Auto setzte, geradezu zäh verkauft - so zäh, dass man sich in Wolfsbirg ernste Sorgen macht und mit Produktionseinschränkungen dafür sorgen muss, dass nicht allzu große Halden entstehen. Dabei besteht kein Zweifel, dass der neue Golf ein rundum gelungenes Auto ist - doch offensichtlich auch eines, dass weniger Ausstrahlung hat als seine Vorgänger. Denn beim Design hat man sich nur mehr als zaghaft an Änderungen gewagt, Ganz im Gegensatz zu Opel. Denn für Rüsselsheim bedeutet der neue Astra gerade im Design einen gewaltigen Sprung nach vorn. Der ist so mutig, dass man sich schon Gedanken muss, ober er nicht einen Schritt zu groß ist, so dass die Kundschaft nicht mehr folgen will. Doch nach dem ersten Anschein scheint Opel sich gerade so weit vorgewagt zu haben, dass es akzeptiert wird.

Es macht Freude, sich den Astra anzusehen, mit dem eine in vielen Details bei früheren Modellen schon angekündigte Linie nun endlich Gestalt gewonnen hat, Opel auf gutem Weg ist, beim Automobildesign wieder eine Führungsrolle zu übernehmen. Und das mit Formen, die man einfach nicht übersehen kann. Formen aber auch, die nicht vordergründig modisch sind, sondern Charakter zeigen. Und Formen, die beimAußendesign und Innendesign nahtlos zusammen passen. Denn der neue Astra gehört zu den Autos, bei denen die Linien innen das fortsetzen, was das Auge beim ersten Blick auf die neue Karosserie fesselt.

Aber es sind nicht nur die so gelungenen Linien, die beim neuen Astra auffallen. Es ist vor allem auch die Qualität, die bei diesem Auto besticht. Zugegeben, wie die in vielen technischen Details aussieht, kann man mit den Augen nicht erfassen. Aber man sieht wie so viele kleine Details von großer Sorgfalt zeugen - wie zum Beispel die Ausströmer für die Innenraumbelüftung. Sie wirken einerseits so elegant und andererseits so sorgfältig gearbeitet und aus so hochwertigem Werkstoff hergestellt, dass sie problemlos in ein Luxusauto passen würden, ohne dort negativ aufzufallen. Und das gilt gleichermaßen für die Oberflächen der im Innenraum des neuen Astra verarbeiteten Werkstoffe und vor allem auch dafür, wie sympathisch sie sich anfassen. Kurzum, der neue Astra zeigt in jedem Detail, dass man es hier tatsächlich mit einem hochwertigen Auto zu tun hat.

Und das gilt in noch höherem Maß für die Technik, die unter der Astra-Karosserie steckt. Insbesondere die Elektronik spielt dabei eine herausragende Rolle. Denn im Astra findet man technische Lösung n, die bislang eher Autos der gehobenen Klasse und der Luxusklasse vorbehalten waren. Eindrucksvollstes Beispiel dafür ist das Fahrwerk. Denn mit dem auf Wunsch verfügbaren System IDS plus präsentiert Opel erstmal in der Kompaktklasse eine aufwändige elektronische Dämpferregelung. Und das nicht etwa nur als ein isoliertes System, sondern in einer so überzeugenden Integration mit allen übrigen elektronischen Fahrwerkssystemen, dass man hier gut und gerne von einer wegweisenden Lösung sprechen kann. Denn bei diesem Fahrwerk können die verschiedenen Systeme optimal miteinander kommunizieren, kann das ABS zum Beispiel von den Dämpfern erfahren, dass man sich gerade auf einem sehr unebenen Straßenabschnitt bewegt und das ABS kann sich ebenso wie das ESP ganz gezielt auf diese Situation einstellen, um im Ernstfall optimal reagieren zu können. Ein faszinierendes Kapitel wegweisender Regelungstechnik, dass sich dem Lenker des Astra auf seine ganz eigene Weise erschließt. Denn der gehört zu den Autos, bei denen man auch in schwierigsten Situationen jederzeit fühlen kann, dass man sie ganz sicher in der Hand hat, ist ein Fahrzeug, dass nicht mit unerwarteten oder gar unverständlichen Reaktionen überrascht oder gar verunsichert sondern, so fühlt man es bei der Fahrt geradezu, immer berechenbar bleibt. Solche Eindrücke zu schildern ist zugegebenermaßen schwer. Aber der Astra erwies sich bei ersten Probekilometern und vor allem auch dann, wenn man ihn auf einem abgesperrten Handlingkurs einmal ohne Rücksicht auf eventuellen Gegenverkehr herausfordern konnte, als faszinierend in seinen Reaktionen. Kurzum, man fühlt sich sicher, wenn man das Steuer des Astra in die Hand nimmt und es bereitet geradezu Freude, mit diesem Auto zu fahren.

Und das nicht etwa nur mit den Spitzenmodellen. Denn schließlich reicht die Palette der Motoren von ordentlichen 1,4-Liter-Benzinern mit 66 kW (90 PS) und Turbodieseln, deren Leistungen bei 59 kW (80 PS) beginnen bis zu kraftvollen Turbomotoren, die den Astra mit Leistungen von bis zu 147 kW (200 PS) geradezu wie einen ausgewachsenen Sportler auftreten lassen. Wir haben bereits sehr viel Freude mit dem 1,6-Liter mit seinem 77 kW (105 PS) leistenden Triebwerk in Verbindung mit dem automatisierten Schaltgetriebe Easytronic gehabt. Denn mit 12,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 180 km/h ist das ein ausgesprochen flottes Auto. Und eines, das dank des automatisierten Schaltgetriebes Easytronic, mit dem wir unterwegs waren, gerade im dichten Stadtverkehr oder bei Staus das Schalten und Kuppeln nicht zu einer Qual macht, sondern schlicht überflüssig. Und wer sich mit ein wenig Gefühl auf die Schaltpunkte und -zeiten dieses Getriebes einstellt, wird schon nach kurzer Zeit nicht mehr durch unvermutetes Rucken gestört, weiß, wann das Getriebe schaltet und steuert dessen Reaktionen zuverlässig mit gezielten Bewegungen des Gaspedals.

Es gäbe noch viel zu berichten von den stärkeren Motoren, Innovationen, wie dem adaptiven Kurvenlicht, dem intelligenten Raumkonzept einschließlich der 40:20:40 geteilten Rückbank, der breiten Palette von Triebwerken, Ausstattungen und Zusatzpaketen, mit denen sich praktisch jeder seinen ganz speziellen Astra zusammenstellen kann. Aber eines ist sicher - für seinen Wolfsburger Konkurrenten ist der neue Astra eine ernste Herausforderung, und wenn man es ganz genau nimmt, ist er in mehr als nur einem Aspekt zweifellos das modernere und innovativere Auto. Man darf gespannnt sein, wie gut das erkannt und auch honoriert wird.

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