Schule : Lächelndes Löwenbaby

Der Peugeot 107 bietet alles, was ein moderner Stadtflitzer heute braucht

Nora Sobich

Wo Peugeot drauf steht, ist gewöhnlich auch Peugeot drin. Beim neuen Stadtflitzer des französischen Autokonzerns verhält es sich nicht ganz so einfach. Der Peugeot 107, das Nachfolgemodell des 1991 auf den Markt gekommenen 106, ist Teil einer Dreierbande, die von Peugeot, Citroen und Toyota in Gemeinschaft im tschechischen Kolín gefertigt wird. Obwohl sich die drei Kleinwagen, der Peugeot 107, der Citroen C1 und der Toyota Aygo, in 92 Prozent ihrer Teile sozusagen aufs Haar gleichen, trägt jeder sein eigenes Markengesicht. Beim Peugeot zeigt sich das mit einem Lächeln in der Frontpartie. Französischer Charme wird hier mit modernem Leistungs- und Designbewusstsein vereint.

Der 107 ist ein Blickfang und kaum im Straßenverkehr zu übersehen. Mit der weit nach unten gezogenen Karosserie wirkt der nur 3,43 Meter lange Wagen kompakter und stabiler als sein deutlich größerer Vorgänger. Hinter einer sportlich kurz gehaltenen Motorhaube sitzt charakteristisch der lächelnde Kühlergrill zwischen Frontleuchten und Stoßstange. Der Kleinwagen ist für vier Personen bemessen und als Drei- und Fünftürer in den Ausstattungsvarianten „Filou“ und „Petit Filou“ für 9390 beziehungsweise 8890 Euro erhältlich. Trotz kompakter Ausmaße ist er ein Raumwunder, das auf der Rückbank nicht nur Kopfstützen sondern auch so viel Raumfreiheit bietet, dass selbst ein Zweimeter-Mann nicht den Kopf einziehen muss.

Mit dem „Löwenbaby“ setzt Peugeot auf eine lange Tradition im derzeit boomenden Kleinwagensegment. Der Marktauftritt des 107 wird deshalb weniger als Verwandtschaftsmodell zu den beiden Konkurrenz- und Kooperationsfahrzeugen gefeiert, denn als Nachfolger des 106. Im Vergleich zum älteren Bruder scheint der 107 aber einen Quantensprung hinter sich gebracht zu haben. Mit der Bubble-Ästhetik ist bereits Spross einer anderen Generation.

Der Peugeot 107 präsentiert sich als spritziger Cityflitzer. Fahrfreude garantiert nicht nur die peppige Optik. Der 107 liegt satt und sicher auf der Straße. Er ist kein leiser Schnurrer, der wie aus dem Nichts beschleunigt. Man hört, wie der 68 PS starke Benziner mit sparsamem Dreizylinderleichtmotor wendig über die Straßen saust. Schalten ist mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe trotz schlichtem Schaltknüppel leicht und flüssig. Dank serienmäßiger Servolenkung sind kleine Parklücken kein Problem.

Im Innendesign lässt der Kleinwagen seine Fahrer restlos in Ruhe. Spaßveranstaltungen werden dort nicht zelebriert. Die Optik ist klar und kompakt. Wie ein großes Ohr sitzt am höhenverstellbaren Steuerrad das Tachometer, auf dem wiederum ein Drehzahlmesser hängt. Statt eines Handschuhfachs gibt es eine Ablage. Zudem finden sich diverse Ausbuchtungen für Getränke und andere Utensilien. Die Sitze fühlen sich zwar hart an, dafür aber gesund und rückenschonend. Die dominante Farbe des Interieurs ist wie bei Orten des öffentlichen Raums in reinigungsfreundlichem Grau. Manchen mag das zu staubsaugergrau erscheinen, andere sind froh, dass geschmackliche Feinnuancierungen zugunsten schlichter Funktionalität in den Hintergrund treten.

In der Ausstattungsvariante Filou gibt es den 107 mit Zentralverriegelung und elektrischen Vorderfenstern. Beim Petit Filou muss man hingegen noch kurbeln. Die Gäste auf den hinteren Rängen können bei Luftnot ihre Fenster anklappen. Ansonsten kann man sich beim Anschalten des Gebläses beziehungsweise der Heizungssteuerung einer wohlig ratschenden Geräuschkulisse sicher sein.

Dass Sportlichkeit nicht unbedingt immer etwas mit Größe zu tun hat, gehört zu den ersten Erfahrungen mit dem Peugeot 107. Er macht selbst kurze Spritztouren zum sportlichen Spaß. Der Tacho geht zwar selbstbewusst bis 170 km/h, doch für mehrere Stunden möchte man nicht jeden Tag auf der Autobahn unterwegs sein. Um so lieber aber bei flinken Touren im engen Straßengewirr. Dass man sich im Peugeot 107 trotzdem sicher fühlt, ist keine Einbildung. Für die City ist er serienmäßig mit vier Airbags, EBV und CSC ausgestattet. Er erreichte beim EuroNCAP-Crashtest vier Sterne und 26 Punkte beim Insassenschutz – ein echter Filou, der weiß, was man als praktikables Cityauto braucht und was nicht.

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