Schule : Lebensrettendes Patent

„Knautschzonen“ revolutionierten Karosseriebau

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Crashsichere Karosserien mit programmierten Knautschzonen vorn und hinten und einem als Sicherheitszelle und Überlebensraum ausgelegtem Raum für die Passagiere – das ist heute Selbstverständlichkeit bei jedem Fahrzeug. Zurück geht diese Karosseriestruktur auf ein Patent, das vor nunmehr einem halbem Jahrhundert erteilt wurde – das DBP 854.157 vom 28. August 1952. Denn mit diesem Patent, das von Daimler-Benz im Januar 1951 angemeldet worden war, wurde die verformbare Knautschzone patentiert, die schon bald den gesamten Karosseriebau revolutionieren sollte und von Mercedes-Benz erstmals 1959 im sogenannten Heckflossen-Mercedes verwirklicht wurde.

Geistiger Vater dieses so grundlegenden und wegweisenden Prinzips für die passive Sicherheit, das sich als Lebensretter für Abertausende weltweit erweisen sollte, war der seit 1939 für Daimler-Benz tätige Ingenieur Béla Barényi, der als erster erkannte, dass kinetische Energie bei einem Aufprall durch Verformung abgebaut werden musste und damit die bis dahin vorherrschende Meinung, „ein sicheres Auto muss stabil und nicht labil sein“, grundsätzlich in Frage stellte. Ein mutiger und richtiger neuer Ansatz, wie die letzten fünf Jahrzehnte bestätigten.

Für Barényi blieb es nicht nur bei der Knautschzone. Denn auch die Sicherheitslenksäule und das Sicherheitslenkrad mit Aufprallschutz, wesentliche Elemente für den Seitenaufprallschutz und eine Fülle von kleinen aber wirksamen Sicherheitsdetails vom Keilzapfen-Türschloss über optimierte Sicherheitsgurte bis zu Überrollbügeln. Seine Aktivitäten als „Vater der passiven Sicherheit“ machten Barényi zum Inhaber von mehr als 2500 Patenten und fanden 1994 eine besondere Würdigung. mit der Aufnahme in die Detroiter „Automotive Hall of Fame“ – eine internationale Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Werk von Automobilpionieren in ihrer „Ruhmeshalle“ zu bewahren. Eine seltene Ehre, die aus der deutschen Automobilgeschichte vor Barényi mit Gottlieb Daimler und Rudolf Diesel im Jahr 1978, Carl Benz und Robert Bosch im Jahr 1984, Heinrich Nordhoff (1985) und Ferdinand Porsche (1987) sechs Personen zuteil geworden war. ivd

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