Leistungsdruck, Ärger, Streit : Studie: Bereits Grundschüler fühlen sich gestresst

Bereits in der zweiten oder dritten Klasse fühlt sich ein Viertel der Schüler gestresst. Die Auslöser sind Angst vor Tests, zu viele Hausaufgaben oder Streit mit den Klassenkameraden. Doch auch die Eltern haben die Möglichkeit, den Stress ihrer Kinder zu reduzieren.

Stress schon bei den Kleinsten.
Stress schon bei den Kleinsten.Foto: dpa

Stress schon in der Grundschule: Bereits Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren leiden offenbar unter Leistungsdruck. Ein Viertel der Zweit- und Drittklässler fühlen sich häufig gestresst, wie die am Mittwoch in Berlin vorgestellte repräsentative Kindergesundheitsstudie des Instituts für Sozialforschung PROKIDS und des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) ergab. Besonders oft nannten die befragten Kinder die Schule als Auslöser.
Insgesamt hätten ein Drittel der jungen Teilnehmer Aspekte aus dem Schulalltag als Stressfaktoren angegeben, sagte die Studienleiterin Anja Beisenkamp. Dazu zählten etwa Hausaufgaben oder Tests. An zweiter Stelle folgten Ärger und Streit. Dies belastete 21 Prozent der Befragten. „Mädchen fühlen sich durch Streit mit anderen viel häufiger gestresst als Jungs“, erläuterte Beisenkamp. Am dritthäufigsten wurden Familie, Eltern und Geschwister genannt.
Für die Studie wurden den Angaben nach im Sommer 2011 fast 5.000 Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren aus elf Bundesländern befragt. Die Schulkinder erhielten dazu Fragebögen, die sie anonym ausfüllen sollten. Nicht teilgenommen haben die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg, Thüringen und das Saarland.

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Während die Schule als Stressfaktor in nahezu allen teilnehmenden Bundesländern am häufigsten genannt wurde, litten die Kinder in Berlin stärker unter Ärger und Streit. Die Schule wurde dort erst an dritter Stelle genannt. Was der Grund dafür ist, blieb unklar. Die Ursachen seien in dieser Studie noch nicht analysiert worden, sagte Beisenkamp.

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DKSB-Sprecher Friedhelm Güthoff kritisierte, dass in Deutschland meist schon in der vierten Klasse entschieden werde, auf welche weiterführende Schulart Kinder nach der Grundschule gehen sollen: „Sie kommen unter Druck, sie haben Angst vor Ausgrenzung, Angst, nicht mithalten zu können.“ Die Studie ergab weiter, dass schon Kinder im Grundschulalter ein ausgeprägtes Gesundheitsverständnis haben. So gaben etwa 90 Prozent der Befragten an, eine gesunde Ernährung und Bewegung seien wichtig.

Allerdings schrieben acht Prozent der Kinder, sie erhielten nie ein Frühstück vor Schulbeginn. Sogar zehn Prozent der Schüler gaben an, sie bekämen nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit.
Der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer warnte, Kinder, die ohne Frühstück in den Unterricht müssten, seien unkonzentrierter, nervöser und bekämen Heißhunger. Stillten sie diesen mit Süßigkeiten, könnten sie zu dick werden. Er forderte unter anderem Gesundheitsunterricht an Schulen von Ärzten oder Krankenschwestern. (dapd)

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