Schule : Lernen im Bauhaus-Stil

Die frisch sanierte Max-Taut-Schule bietet ein Abitur mit Technikschwerpunkt

Katja Reimann

Jens Wollenberg drückt seinen Finger auf den Zettel an der Eingangstür der Max-Taut-Schule in Lichtenberg. Es ist die Speisekarte der Cafeteria. „Sehen Sie, was es heute gibt? Hähnchenschenkel mit Paprikasauce, lecker.“ Der 60-Jährige ist Lehrer aus Leidenschaft – und ein Fan der neuen Cafeteria. Die liegt, frisch bestuhlt und tiptop gestrichen, im Innenhof des Schulkomplexes.

Nach 15-jährigen Bauarbeiten sind die denkmalgeschützten Schulgebäude im Bauhausstil nun fertig saniert. Stück für Stück wurden die Fenster ausgewechselt, Fußböden ausgebessert, Rampen und Treppenlifte für Rollstuhlfahrer installiert und nicht zuletzt zwei neue Physiklabore, ein Fachraum für Technik und zwei neue Rechnerräume eingerichtet. Etwa 80 Millionen Euro zahlten Bund, Land und EU für die Sanierung.

Im Jahr 1927 ließ der Schulreformer Max Taut die damals größte Schulanlage Deutschlands bauen. Sein fester Vorsatz: jungen Menschen einen Einblick in die Praxis zu gewähren. Dieser Idee folgen Jens Wollenberger und seine Kollegen noch heute. Der enge Kontakt zu den Schülern ist ihnen dabei wichtig – und er wird von den Jugendlichen geschätzt: „Die Lehrer hier sind sehr freundlich“, sagt Vicky Reichel. Die 16-Jährige besucht die elfte Klasse des beruflichen Gymnasiums. Als Leistungskurs wählte sie Wirtschaftslehre. Neben Technik ist dies der Schwerpunkt des gymnasialen Zweigs der Schule. Eine „einmalige Fächerverbindung in ganz Berlin“, erklärt Abteilungskoordinator Eckhard Thiele.

Trotzdem: In den letzten Jahren nahm die Zahl der Oberstufenschüler stetig ab. Die Schule kämpft mit Vorurteilen gegen die Lage im Osten und gegen den Technikschwerpunkt. Dabei büffeln ihre Schüler auch Französisch, Englisch oder Mathe. Nur ein Leistungsfach muss einen beruflichen Schwerpunkt haben.

Doch während sich Schulleiterin Monika Mayer um die Schülermangel Sorgen macht, freuen sich die Schüler wie der 19-jährige Fabian Stöckel über die kleinen Klassen: „Wir sind im Mathe- Leistungskurs nur fünf Leute, echt gut.“Katja Reimann

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