LERNEN MIT BEHINDERUNG : Integration – die Anfänge liegen 30 Jahre zurück

VORREITERIN

Im Jahr 1975 hatte die Fläming-Schule als erste deutsche Schule damit begonnen, behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten. Von den rund 600 Schülern haben etwa 60 ein Handicap – etwa Körper- und Sinnesbehinderungen sowie geistige und schwerste Mehrfachbehinderungen. Wie der Alltag dort abläuft, beschreibt der Dokumentarfilm „Klassenleben“ von Hubertus Siegert (mehr dazu: www.klassenleben.de).

STATISTIK

In Berlin haben rund 20 000 Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Knapp 12 000 von ihnen besuchen eine Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt. Bei den anderen 8300 Kindern haben sich die Eltern für das Integrationsmodell entschieden. Die etwa 7000 Kinder mit einer Lernbehinderung machen nach Angaben der Bildungsverwaltung die größte Gruppe der Förderschüler aus. Von ihnen besuchen etwa 4600 eine Sonderschule, rund 3000 werden in einer allgemeinbildenden Schule integriert. Danach folgt der Förderschwerpunkt sprachliche Behinderung. Rund 2400 der betroffenen Schüler besuchen eine Sonderschule, 1500 werden integriert. Beim Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ ist bei Weitem der größte Teil der Betroffenen in Integration; das sind 2500 von 2800. Gehörlose und blinde Kinder besuchen fast ausschließlich Spezialschulen.

GESETZESLAGE

Deutschland hat Nachholbedarf bei der Integration und musste von der OECD des öfteren ermahnt werden. Berlin steht allerdings im Bundesvergleich nicht schlecht da: Im Jahr 2004 wurde die Integration als Ziel gesetzlich festgeschrieben. Eltern haben Anspruch auf einen Integrationsplatz für ihr Kind, können jedoch abgewiesen werden, wenn der Schule die Möglichkeiten fehlen. Dann entscheidet die Schulaufsicht. rni/sve

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