Lernen ohne auszuschließen : Erleichterung inklusive

Was bedeutet es, wenn eine Schule sich entscheidet, niemanden mehr auszuschließen? Es fordert alle Beteiligten zur Auseinandersetzung auf - mit sich selbst und mit anderen.

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Was bedeutet es, wenn eine Schule sich entscheidet, niemanden mehr auszuschließen? Die Fläming-Grundschule in Friedenau hat sich schon vor rund vierzig Jahren zu diesem Schritt entschlossen und kann mittlerweile auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Auch dort ist bestimmt nicht alles eitel Sonnenschein – Konflikte gibt es jeden Tag, in jeder Gruppenkonstellation und Klasse wieder neu. Doch wenn Trennung als Lösung ausfällt, ist Konstruktivität gefragt. Wie kommt man mit den Eigenarten der anderen aus? Wer braucht was in der Klasse?

Dann sind alle gefordert, sich auch selbst zu hinterfragen, erklärt der sonderpädagogische Experte der Fläming-Schule. Wenn ein geistig behindertes Kind in der Gruppe ist, müssen sich Lehrer und Mitschüler mit ihrer eigenen Beschränktheit auseinandersetzen, wenn ein aggressives Kind dabei ist, muss auch die eigene Wut ausgehalten werden, bei einem schwer kranken Kind muss sich die Gruppe mit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen. Das mache vielen Angst und rufe Abwehr hervor, erklärt der Pädagoge.

Doch all dies könnte auch einen heilsamen Effekt haben und zwar für alle. Denn sobald die Kinder merken, dass wirklich niemand ausgeschlossen werde, wirke das vor allem – erleichternd und befreiend. svo

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