Schule : Lesen für Anfänger

Ein Buch beschreibt, wie Kinder Sprachen lernen.

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Das Buch kommt eigentlich gerade richtig – schließlich sind die Zahlen erschreckend. 7,5 Millionen erwerbsfähige Deutsche können weder lesen noch schreiben, heißt es in einer Studie aus diesem Jahr. Das oft verschwiegene Thema Analphabetismus ist hochaktuell. Nun setzen die drei Professorinnen für deutsche Sprache und Didaktik Ursula Bredel, Nanna Fuhrhop und Christina Noack dort an, wo sich das Können entwickelt: Im Kindesalter. Sie untersuchen, wie Kinder schreiben und lesen lernen.

Der Problematik nähern sie sich allerdings mit einem eher wissenschaftlichen und leider ziemlich trockenen Stil. Vor allem Eltern – an jene richten sich die Autorinnen neben Lehrern und Erziehern – könnten das Buch deswegen wieder weglegen. Auf das Glossar am Ende dürften nicht nur Laien dankend zurückgreifen.

Inhaltlich jedoch bekommen die Leser ein fundiertes Werk zum Thema mit aktuellen Forschungsergebnissen. „Ob und wie gut jemand lesen und schreiben lernt, ist nicht einfach von subjektiven Faktoren abhängig, sondern vor allem davon, ob es die Schule ermöglicht, eigenaktiv und autonom an der Schriftkultur teilzuhaben“, sagen die drei Autorinnen.

Sie zeigen zunächst auf, wie Sätze entstehen und mit welchen Strategien Kinder Schriftsprache erwerben. Ein Kapitel widmet sich Kindern, die Deutsch lernen, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist. Die Autorinnen erklären Strategien, um Kinder erfolgreich zwei Sprachen gleichzeitig erlernen zu lassen. Dabei geht es auch um phonetische und grammatikalische Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachen wie etwa unterschiedliche Sprachrhythmen. Christoph Spangenberg

Wie Kinder lesen und schreiben lernen. Ursula Bredel, Nanna Fuhrhop und Christina Noack, Francke Verlag 2011, 19,90 Euro.

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