Schule : Liebesgrüße aus Spartanien

Hondas FMX 650 ist ein schlichtes Motorrad, das trotzdem Spaß macht

Gideon Heimann

Wie immer, wenn ein Motorrad keine sonstigen besonderen Vorzüge besitzt, muss der Spaßfaktor her. Und so wird die FMX 650 von Honda, die als so genanntes Supermoto-Bike firmiert – jener Kreuzung aus Enduro und Straßenmotorrad – eben als Funbike angepriesen. Aber das Erstaunliche daran ist, dass diese Rechnung aufgeht.

Die Sitzposition auf der Honda ist überaus gerade und entspannt, man kann sich also voll aufs Verkehrsgeschehen konzentrieren. Mal von dem angenehm breiten Lenker abgesehen, ist insgesamt alles sehr schmal gehalten, winzige Lücken wachsen so zur Breite eines Scheunentores. Und die Straßenbereifung mit den Maßen 120/17 R 17 vorn und 150/60 R 17 hinten bringt in Kurven richtig Freude. Die Federung (Upside-down-Gabel vorn, Zentralfederbein mit Umlenkung hinten) und die Sitzbank sind zwar krachend hart abgestimmt, aber alles lässt genügend Spielraum, falls es doch einmal hoppelig wird. Die 216 Millimeter Bodenfreiheit sind abseits asphaltierter Straßen wichtig, der Motor ist unten dennoch vor Hindernissen gut geschützt.

Die Sitzbankhöhe beträgt mächtige 875 Millimeter. Da sie jedoch schmal genug ist, haben die Füße beim Ampelstopp vollen Bodenkontakt. Zudem gibt’s als Zubehör auch eine niedrigere Bank, Anpassungsprobleme dürften also nicht entstehen. Das Leergewicht liegt bei 175 Kilo. Als zulässiges Gesamtgewicht sind 355 Kilo angegeben, das reicht immer.

Zumal sich ein Beifahrer nur notfalls für kurze Strecken auf seinem Reststückchen Polster niederlassen wird. Der Flitzer ist eben im Grunde seines Charakters ein Ein-Personen-Stück. Immerhin gibt’s als Extra einen kleinen Gepäckträger, zum Badeausflug passt’s also schon.

Der Motor stammt aus der „Dominator“, es ist ein 650er, fahrtwindgekühlter Einzylinder in Vierventiltechnik. Aufgrund von Abgas- und Lärmbestimmungen (ungeregelter Kat) kommt er schwer gedrosselt daher. Mehr als 38 PS (bei 5750 Umdrehungen pro Minute, für Einsteiger auch mit 34 PS) sind vorerst nicht drin, bald jedoch soll eine geänderte Auspuffanlage acht Pferde mehr erwecken. Sie wird es als geprüftes, legales Zubehör geben, sagt Michael Schlitzer, Verkaufsleiter im Honda-Mobil-Center an der Reinickendorfer Großkopfstraße.

Aber die Leistung reicht auch so schon für angegebene 145 km/h. Stets wichtig hingegen ist die Durchzugskraft, und die ist mit 52 Newtonmetern (bei 4500/min) für ein leichteres Gerät schon ausreichend. Wieselflink zieht sie von den Ampeln weg, wobei sie gern geschaltet werden möchte.

Gebremst wird mit je einer Scheibe vorn und hinten, vorn ist es eine Zweikolben-Schwimmsattelzange, hinten arbeitet nur ein Kolben. Die Bremswirkung ist dennoch sehr gut.

Darüber hinaus gibt es fünf leicht schaltbare Gänge, eine Kette, viel Plastik. Einen Drehzahlmesser sucht man vergeblich, die Elektronik regelt eh ab, wenn der Fahrer zu viel verlangt. Die Armaturen sind nicht ganz so hochwertig wie bei anderen Modellen, aber guter Standard. Der Bremshebel ist stufenlos auf die Fingerlänge einstellbar und es gibt sogar einen Warnblinkschalter.

Elf Liter Sprit fasst der Tank, bei einem Verbrauch von knapp fünf Litern ist das nicht sonderlich viel, aber den Einsatzzwecken des Moppeds durchaus angepasst. Bei einer Kompression von 8,3 : 1 reicht übrigens Normalbenzin aus.

Mit 5790 Euro ist die FMX im unteren Preissegment angesiedelt. Angesichts schmaler werdender Geldbeutel ist das ein richtiges Signal, denn Motorrad fahren soll ja nicht nur Spaß machen, sondern auch noch erschwinglich bleiben.

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