Marode Schulen : Beethoven-Gymnasium: Unterrichtsausfall wegen kaputter Heizung

Mal wieder ein Sanierungsfall: Am Beethoven-Gymnasium in Lankwitz ist die Heizung kaputt. Die meisten Schüler bleiben deshalb seit Tagen zu Hause.

Sylvia Vogt
Das Beethoven-Gymnasiums in Lankwitz.
Das Beethoven-Gymnasiums in Lankwitz.Foto: Thilo Rückeis

Die Schüler freuen sich wahrscheinlich, und die Eltern finden es gar nicht lustig. In jedem Fall passt es mal wieder in die nicht enden wollende Serie „Berlins marode Schulen“: Seit Tagen fällt im Beethoven-Gymnasium in Lankwitz ein Großteil des Unterrichts aus, die meisten Schüler blieben zu Hause.

Der Grund ist ein durchgerostetes Heizungsrohr. Dadurch können die Räume im Altbauteil der Schule seit vergangenem Freitag nicht beheizt werden. „Es ist zu kalt dort, um Schüler sechs Stunden lang zu unterrichten“, sagt Schulleiterin Gunilla Neukirchen. Der Neubauteil des Gebäudes sei aber nicht betroffen. Dort finde Unterricht statt. Für die Oberstufenschüler habe sich deshalb nichts geändert. Die Schüler der Klassen acht bis zehn bekamen dagegen von ihren Lehrern Aufgaben per E-Mail und blieben zu Hause, die siebten Klassen hatten abwechselnd tageweise frei.

Der Steglitz-Zehlendorfer Baustadtrat Michael Karnetzki (SPD) geht davon aus, dass die Reparaturarbeiten noch bis Ende der Woche andauern. Schulleiterin Neukirchen hofft, dass ab Freitag wieder regulär unterrichtet werden kann. Bis dahin seien für viele Klassen Exkursionen geplant. Das Leck im Heizungsrohr hat zudem einen Wasserschaden im Keller verursacht. Bei der Begutachtung des Schadens habe sich herausgestellt, dass die Decke über dem defekten Rohr einsturzgefährdet sei. Der Bereich wurde abgesperrt, sagte Neukirchen.

Das Beethoven-Gymnasium ist seit langem sanierungsbedürftig: Vor drei Jahren löste sich ein kiloschweres Stück Stuck vom Dach und stürzte auf den Schulhof. Von massiven Wasserschäden im Keller berichteten Eltern zuletzt im Adventskalender der maroden Schulen des Bezirkselternausschusses. "Die Außenwände des Kellers sind teilweise so morsch, dass man sie quasi mit der Hand abgraben kann", schreibt Elternvertreter Torsten Pinkert in einem Gastbeitrag. Für die Sanierung der Fenster und der Elektronik sind der Schule 3,2 Millionen Euro aus den Siwa-Mitteln (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt) zugesprochen worden. Die Eltern schätzen den finanziellen Bedarf weit höher ein. "Grundsätzlich besteht an vielen Schulen und anderen Gebäuden des Bezirks bekanntermaßen ein immenser Sanierungsstau, der immer wieder zu Havarien führt", sagt Stadtrat Karnetzki. "Der Bezirk hat leider auch mit den diversen Sonderprogrammen nicht ausreichend Mittel, um diesen Sanierungsstau in kurzer Zeit vollständig zu beheben."

Veranstaltung am Mittwoch: Schulbau als Zukunftsaufgabe

Zum Thema marode Schulen, Sanierungsstau und fehlende Schulplätze gibt es am Mittwoch eine Abendveranstaltung, die der Landeselternausschuss und die Konrad-Adenauer-Stiftung : Das Thema Schulbau brennt Eltern auf den Nägeln. Wie kann man die Situation in Berlin verbessern? Wie gehen München und Hamburg vor? Darüber können Eltern und Interessierte am Mittwoch diskutieren. Der Landeselternausschuss und die Konrad-Adenauer-Stiftung laden zum Forum „Berliner Schulbau als Zukunftsaufgabe – nur etwas für Sonntagsreden?“ ein. Als Gäste werden unter anderem Senatorin Sandra Scheeres (SPD), CDU-Fraktionschef Florian Graf und Referenten aus München und Hamburg erwartet.

9.3., 18 Uhr. Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstr. 35, Tiergarten. Anmeldung erforderlich: anmeldung-berlin@kas.de.

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben