Mein Sommer 1998 : Alles nur wegen Sisi

Mit 14 Jahren reiste unsere Autorin gemeinsam mit ihrer Familie nach Wien. Kaiserin Elisabeth hatte es ihr angetan, und sie verfiel nicht nur ihr, sondern gleich der ganzen Stadt.

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Sommermädchen. Unsere Autorin auf einer Wiese im Prater.
Sommermädchen. Unsere Autorin auf einer Wiese im Prater.Foto: privat

Auf der Reise nach Wien konnte ich kaum ein Auge zutun – zu aufregend war die Fahrt im Nachtzug mit sechs Betten. Es war August 1998 und uns standen zwei Wochen Wien-Urlaub bevor. Uns, das waren meine Mutter, mein kleiner Bruder und ich, ein 14-jähriger Backfisch. Wir bewohnten eine kleine Dachgeschosswohnung an der U-Bahn-Haltestelle Alser Straße, im 17. Bezirk. Sie war nicht eben schick, aber recht praktisch gelegen; wir sahen sie meistens nur abends zum Schlafen. Tagsüber erkundeten wir die Stadt, in der auch einst Kaiserin Elisabeth von Österreich lebte, auch Sisi genannt. Erst durch sie wurde mein Interesse an der österreichischen Hauptstadt geweckt, denn ich war zugegebenermaßen damals ein großer Sisi-Fan. 1998 war das Jahr, in dem es drei Ausstellungen anlässlich ihres hundertsten Todestags gab – und ich war selig.

Nach den touristischen Streifzügen durch die Stadt fuhren wir beinahe jeden Nachmittag ins Freibad, denn es war ein unglaublich heißer August mit Temperaturen um die 30 Grad. Im Freibad „Gänsehäuferl“ mischten wir uns unters Volk, waren kaum noch Touristen und genossen Wien und den Sommer wie alle Wiener: in der Donau.

Ich konnte seit diesen schönen Sommertagen Wien nie wirklich vergessen und kam, fast elf Jahre später, wieder: zum Studium für ein Semester. Es wiederholte sich, wovon Wien schon 1998 einen Kurzauszug bot: eine zauberhafte Zeit in einer einzigartigen Stadt. Die erste Karte an meine Mutter und meinen Bruder begann 2009 so: „Ohne Sisi wär’ die Carmen nie in Wien.“ Natürlich war auf der Postkarte ein Porträt der Kaiserin Elisabeth. Danke, Sisi!

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