Schule : Menschenrechte in die Köpfe

Sieger bundesweiter Jugendwettbewerbe trafen sich am Tag der Talente

Sandra Lukosek

„Die Mauer ist auch in meiner Generation noch in den Köpfen“, sagt Anna Börger. Die 19-jährige Berlinerin ist Landessiegerin des bundesweiten Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten und eine von 300 Jugendlichen, die am „Tag der Talente 2010“ am Wochenende nach Berlin kamen. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sie eingeladen, um ihre Leistungen aus vielen Schülerwettbewerben wie „Bundeswettbewerb Komposition“, „Jugend forscht“ oder dem Filmfestival „Up and Coming“ zu würdigen.

Die Sieger durften außerdem an einem von 17 Workshops teilnehmen. Anna Börger entschied sich für den Workshop „Zeitgeschichte“, in dem der ehemalige DDR-Bürger und Geschichtsprofessor Rainer Eckert aus seiner Biografie berichtete und durch die Gedenkstätte Berliner Mauer führte.

Auch Giuliano Felis, Sänger von „The Herbs“ und Sieger des Wettbewerbs „Treffen Junge Musik-Szene“, nahm daran teil. „Unsere Landesgeschichte ist unglaublich interessant“, sagt er. Das würde die Mehrheit der 300 Talente wohl unterschreiben: Entgegen des Vorurteils, die Jugend von heute sei geschichtsmüde, sind die elf- bis 21-Jährigen vielmehr von den Berichten ihrer Eltern- und Großelterngeneration begeistert.

Die Ergebnisse der Workshops wurden am Sonntagabend im Tipi am Bundeskanzleramt vorgestellt: Im Workshop „Planspiel Demokratie“ etwa wurde der Staatsaufbau des Fantasiestaats Fontanien nachgestellt, der Kurs „Dramaturgie“ spielte ein Theaterstück. Die Teilnehmer des Workshops „Menschenrechte“ standen nicht auf der Bühne, sondern verteilt im Publikum und bildeten dort einen Sprechchor: „Menschenrechte gehören in den Kopf und nicht auf die Bühne“, hieß es da. Dem stimmt auch Anna Börger zu. Sandra Lukosek

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