Schule : Mercedes bestätigt positive ESP-Wirkung Weniger Fahrunfälle und weniger Unfälle mit schwersten Verletzungen

Ingo von Dahlern

Im Jahr 1995 hatte sie in den Top-Modellen von Mercedes-Benz ihre Weltpremiere – die Fahrdynamikregelung ESP (Electronic Stability Program), die mit ihren zahlreichen Sensoren in Sekundenbruchteilen erkennt, dass ein Fahrzeug außer Kontrolle zu geraten droht und der damit verbundenen Schleudergefahr begegnet, indem sie durch gezieltes Bremsen einzelner Räder das Fahrzeug wieder auf Kurs bringt. Ein elektronisches Assistenzsystem für die aktive Fahrsicherheit, das auf der weiterentwickelten ABS-Technik basiert und auf das man nicht mehr verzichten möchte, wenn man seine Unterstützung nur einmal erlebt hat.

Es gehört zu den für die Sicherheit auf den Straßen erfreulichen Nebenwirkungen jener Elchtest-Turbulenzen um die A-Klasse, dass man sich damals kurzfristig entschloss, alle A-Klasse-Modelle mit ESP auszustatten, das seit August 1999 für alle Personenwagen mit dem Stern Serienausstattung ist. Denn dadurch setzte es sich schneller als geplant auch bei vielen anderen Marken selbst in der Mittelklasse und Kompaktklasse durch. Und das bedeutet einen erheblichen Gewinn für die Verkehrssicherheit.

Denn Fahrdynamikregelungen, ob sie nun ESP, VCD (Alfa) DSC (BMW) oder noch anders genannt werden, lassen die Unfallzahlen zum Teil drastisch sinken. Das beweist sehr eindrucksvoll eine Stichprobenanalyse der Unfalldaten des Statistischen Bundesamts durch Mercedes-Benz sowie ein Vergleich dieser Ergebnisse mit der eigenen umfangreichen Datensammlung zum Unfallgeschehen. Nach diesen Daten ging die Unfallquote der im Zeitraum 2000/2001 neu zugelassenen Mercedes-Modelle gegenüber 1999/2000 um 15 Prozent zurück und sank damit um vier Prozentpunkte mehr als beim Durchschnitt der anderen Hersteller.

Besonders interessant ist natürlich, in welchem Unfallsegment ESP seine größte Wirkung entfaltet. Das sind nämlich sie so genannten Fahrunfälle – Unfälle also, bei denen Fahrzeuglenker ohne Einfluss anderer Autofahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren und zum Beispiel ins Schleudern geraten. Fahrunfälle zählen zu den folgenschwersten Kollisionen, denn rund 43 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten und ein Fünftel aller Verletzten sind Opfer von Fahrunfällen. Bei mehr als zwei Dritteln dieser Unfälle kommen die Autos von der Fahrbahn ab – das ist exakt die Situation, in der ESP besonders wirksam eingreifen kann. Und wie erfolgreich das geschieht, zeigt die Auswertung der Statistik, nach der der Anteil von Mercedes-Fahrzeugen an den Fahrunfällen zwischen 1999 und 2000 um mehr als vier Prozentpunkte von 15,0 auf 10,6 Prozent sank – das sind knapp ein Drittel weniger, während der Anteil der übrigen Marken sich nur geringfügig verminderte.

Daten, die ebenso eindeutig für ESP sprechen wie auch die Ergebnisse der firmeneigenen Unfallforschung, bei der Mercedes-Benz in den letzten Jahren mehr als 3000 Unfälle im Detail untersucht hat. Auch hier zeigt sich, dass ESP dadurch, dass es hilft, schleudernde Autos wieder zu stabilisieren, vor allem das Risiko extrem gefährlicher Seitenkollisionen mit Bäumen, Masten oder anderen Hindernissen am Straßenrand verringert. Kommt es doch zu einem Unfall, sind die Verletzungen in Autos mit ESP weniger schwer – denn der Anteil der Kollisionen mit höchster Verletzungsschwere ging nach Einsatz des ESP bei Mercedes-Benz von fünfzehn auf fünf Prozent zurück.

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