Schule : Miriam, 16

Miriams Vater kommt aus der Republik Kongo – aber Miriam selbst war noch nie dort. Ihr Vater lernte ihre deutsche Mutter beim Studium in Deutschland kennen. Der kongolesischen Verwandtschaft schickt die Familie zwar manchmal Geld und Medikamente, einen gemeinsamen Besuch konnte sie sich aber noch nicht leisten. „Ich habe sechs Geschwister“, sagt Miriam erklärend. Miriams Haut ist trotz ihres schwarzen Vaters weiß. Das liegt an ihrem Albinismus. In Afrika gelten Menschen mit Albinismus oft als schlechtes Omen für die Familie, in manchen Ländern ist sogar ihr Leben bedroht. „Bei den Kongolesen ist dieser Aberglaube zum Glück nicht so ausgeprägt“, sagt Miriam. Die kongolesische Nationalsprache Lingala lässt sie sich von ihrem Vater beibringen. Auf dem Französischen Gymnasium in Tiergarten führt sie das Klassenbuch, außerdem ist sie Patin für eine Fünftklässlerin. Menschen helfen will sie auch später einmal, vielleicht als Rechtsanwältin. „Es ist mir wichtig, dass Menschen das Recht bekommen, das ihnen zusteht“, sagt sie. Am Wochenende trifft sie sich mit Freunden „zum Chillen“ am Alexanderplatz. Nun freut sie sich darauf, Stipendiaten aus ganz Deutschland zu treffen und neue Freundschaften zu schließen.

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