Schule : Mit dem neuen SLK hat auch einer neuer Motor Premiere

Mercedes-Benz setzt künftig auf vier statt drei Ventile pro Zylinder / Mit einem V6 beginnt der Umstieg

Horst Heilbronner

Wenn Mercedes-Benz im nächsten Jahr die neue Generation des Mercedes SLK präsentiert, hat mit dem neuen Auto zugleich ein ganz neuer Motor seine Premiere. Denn die bisherigen Triebwerke mit Dreiventiltechnik werden kontinuierlich von moderneren Konstruktionen mit vier Ventilen pro Zylinder abgelöst.

Den Anfang macht dabei ein neu entwickelter V6-Motor, der mit seiner Leistungs- und Drehmomentcharakteristik optimal zu dem ausgeprägt dynamischen Sportwagen passt und für Fahrspaß auf hohem Niveau sorgt. Gleichzeitig setzt das neue 3,5-Liter-Triebwerk dank zahlreicher technischer Innovationen Maßstäbe sowohl beim Verbrauch als auch beim Geräuschkomfort.

Der neue V6-Motor leistet 200 kW (272 PS) und liefert ein höchstes Drehmoment von 350 Nm. Das macht ihn zu einem der stärksten V6-Motoren seiner Hubraumklasse, die derzeit auf dem Markt angeboten werden. Da das maximale Drehmoment bereits ab 2500/min zur Verfügung steht und in einem großen Drehzahlbereich bis 5000/min konstant bleibt, zeichnet sich dieser Motor sowohl durch kraftvollen Anzug als auch eine hohe Elastizität aus, die kraftvolle Zwischenspurts auf praktisch jedem Drehzahlniveau erlaubt.

Der aus Aluminium gefertigte neue V6-Motor präsentiert eine Fülle technischer Highlights. Dazu gehört unter anderem weltweit zum ersten Mal bei einem V6-Motor eine variable Nockenwellenverstellung für die Ein- und die Auslassseite, die Leistung und Drehmoment steigert und gleichzeitig zur Kraftstoffersparnis beiträgt. Ein zweistufiges Saugrohr, so genannte Tumble-Klappen in den Einlasskanälen sowie ein intelligentes Wärmemanagement sind weitere technische Besonderheiten des neu entwickelten Sechszylinders.

Die stufenlose, kontinuierliche Nockenwellenverstellung sorgt dafür, dass die 24 Ventile in den Aluminium-Zylinderköpfen in jeder Fahrsituation zum jeweils günstigsten Zeitpunkt öffnen und schließen. Das verbessert den Gaswechsel in den Zylindern und reduziert Energieverluste. Dadurch senkt diese Technik einerseits im Teillastbereich den Kraftstoffverbrauch und sorgt bei hoher Motorlast für die bestmögliche Versorgung der Brennräume mit Frischgas.

Hohen Aufwand haben die Motorenentwickler für die Ansaugseite getrieben. So wurden alle Komponenten der Luftführung mit aufwändigen Strömungssimulationen berechnet und das aus Magnesium hergestellte Saugmodul strömungstechnisch optimiert. Die Länge der Saugrohre lässt sich je nach Drehzahl variieren, um eine bestmögliche Drehmoment- und Leistungsausbeute zu erzielen.

Damit kann der neue Motor bereits ab 1500/min rund 87 Prozent seines höchsten Drehmoments bereitstellen. Hierzu tragen auf der Einlassseite neu entwickelten Tumble-Klappen in den Einlasskanälen bei. Sie schwenken im Teillastbereich heraus und erhöhen dadurch die Turbulenz der Strömung in den Brennräumen. Bei höherer Motorlast dagegen werden sie vollständig im Saugrohr versenkt. Das führt dazu, dass sich der Kraftstoffverbrauch des V6-Motors je nach Drehzahl um bis zu 0,2 Liter/100 km verringert - bei gleichzeitig spürbar verbesserter Laufruhe.

Ebenfalls zur Kraftstoffersparnis bei trägt ein intelligentes Wärmemanagement, das dafür sorgt, dass Motoröl und Kühlmittel in allen Betriebssituationen stets optimale Temperaturen haben. Stufenlose Nockenwellenverstellung, Tumble-Klappen, innere Abgasrückführung, Sekundärlufteinblasung und andere Maßnahmen sorgen dafür, dass die Abgas-Emissionen des neuen V6 bereits während der Verbrennungsprozesse auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben – Schadstoffe also nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen. In Verbindung mit einer besonders leistungsfähigen Abgasreinigungsanlage werden die Emissionswerte unter den strengen EU4-Limits des Jahres 2005 gehalten.

Zum geringen Gewicht des neuen Motors tragen neben dem Kurbelgehäuse und den Zylinderkopf aus Aluminium auch gewichtsreduzierte Pleuel, Kolben und Gegengewichte bei. Zwischen den Zylinderwänden rotiert eine Ausgleichswelle gegenläufig zur Kurbelwelle und gleicht die prinzipbedingten Schwingungen des V6-Motors aus, der durch eine extreme Laufruhe überzeugt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung war die Akustik des neuen Triebwerks. Dabei galt es zum einen, die Motorengeräusche selbst konsequent zu reduzieren und zum anderen, einen sportlich-sonoren Klang zu gestalten. Deshalb wurde fast jedes der rund 210 Bauteile des neuen Aggregats akustisch untersucht. Zum niedrigen Geräuschniveau tragen auch neuartige Ansaugrohre aus schallabsorbierendem Nylongewebe, ein Zwei-Patronen-Luftfilter mit integrierten Resonatoren und eine Vielzahl anderer Detailmaßnahmen bei. Den für einen Sportwagen wie den neuen SLK so typischen Sound schließlich erzielten die Akustiker durch eine sehr exakte Abstimmung der Auspuffanlage.

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