Schule : Mit SMG schnell schalten bei BMW

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Sequenzielles manuelles Getriebe oder kurz SMG – so nennt sich bei BMW das Getriebe für alle, die zwar kein klassisches Automatikgetriebe mit Wandler wünschen, trotzdem aber in den Genuss automatischen Schaltens kommen wollen. Denn das SMG gehört zu den automatisierten Schaltgetrieben. Man kann es wie gewohnt mit der Hand schalten – allerdings nicht mit einem klassischen Schalthebel, sondern wie eine Automatik mit Steptronic durch Antippen des Schalthebels nach hinten, um hoch zu schalten und nach vorn, um herunter zu schalten. Ein Kupplungspedal muss man nicht mehr treten, denn das Ein und Auskuppeln bei diesem Getriebe geschieht ebenso wie das Einlegen der jeweiligen Fahrstufe per Elektromotor, der beim Berühren des Schalthebels aktiviert wird. Alternativ zum Schalthebel gibt es Schaltwippen oder so genannte Paddles am Lenkrad. Zieht man eines davon zu sich heran, wird der nächsthöhere Gang eingelegt, drückt man auf eines der Paddles, wird herunter geschaltet. Und das geschieht blitzschnell, denn für den Gangwechsel braucht dieses Getriebe maximal gerade einmal 150 Millisekunden.

Beim SMG gibt es im Unterschied zum klassischen Schaltgetriebe, bei dem die Gänge mit dem Schalthebel eingelegt werden, der mechanisch mit dem Getriebe verbunden ist, keine mechanische Verbindung zwischen dem Wählhebel und dem Getriebe mehr. Denn die Kommandos zum Gangwechsel werden durch elektrische Impulse gegeben – „Shift by wire" heißt das in der Sprache der Ingenieure. Da das Getriebe, das so betätigt wird, ein klassisches Schaltgetriebe ist, hat das gegenüber einer klassischen Automatik einige Vorteile. Denn da es keinen Drehmomentwandler hat wie eine normale Automatik, entfallen auch die dort entstehenden Leistungsverluste. Das bedeutet in der Praxis, dass mit einem SMG ausgestattete Fahrzeuge die gleichen Fahrleistungen und die gleichen Verbrauchswerte erreichen, wie die Modelle mit klassischem Handschaltgetriebe.

Das bestätigte bei ersten Probekilometern ein Cabrio 330Ci, für das es neben dem jetzt als Serienausstattung angebotenen sportlich gestuften Sechsgang-Schaltgetriebe mit als Overdrive ausgelegter sechster Fahrstufe und der klassischen Fünfgang-Automatik nun auch das Sechsgang-SMG gibt. Denn so schnell wie dieses Getriebe wechselt, von wenigen Ausnahmefahrern einmal abgesehen, kein normaler Fahrzeuglenker die Gänge – ein kurzes Antippen reicht, und schon ist die nächste Fahrstufe verfügbar. Und wer besonders zügig fahren möchte, kann dabei sogar auf dem Gas bleiben. Denn die Motorsteuerung unterbricht beim Hinaufschalten für Millisekunden die Zugkraft des Motors, um dem Getriebe den Gangwechsel zu erlauben.

Auf eines allerdings muss man aufpassen. Wenn man beim Beschleunigen an die Drehzahlgrenze kommt, dann beantwortet dieses Getriebe das nicht etwa damit, dass es automatisch in den nächsthöheren Gang schaltet, sondern der Motor regelt ab. Hier vertritt BMW eine andere Philosophie als etwa Audi beim Direktschaltgetriebe, wo in solchen Fällen automatisch hochgeschaltet wird. Keine Angst muss man haben, wenn man bei zu hoher Motordrehzahl das Kommando zum Hinunterschalten gibt. Denn wenn der Motor im niedrigeren Gang überdrehen würde, wird ein solches Kommando nicht ausgeführt.

Eine Getriebetechnik, die geradezu einlädt zum sportlichen Fahren, bei dem man sich abgesehen von kurzen Tippbewegungen auf Schalthebel oder Schaltwippen ganz auf das Fahren konzentrieren kann. Statt durch Tippbewegungen manuell zu schalten, kann man das SMG die Gangwahl auch automatisch vornehmen lassen. Dann allerdings muss man die bei solchen Getrieben unvermeidlichen kurzen Zugkraftunterbrechungen in Kauf nehmen, die nur beim neuen DSG von Audi und VW nicht mehr auftreten. Aber die lassen sich nach kurzer Eingewöhnung durch gefühlvollen Umgang mit dem Gaspedal so gut wie völlig überbrücken, so dass sich das SMG als eine attraktive Alternative zur klassischen Automatik empfiehlt. ivd

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