Schule : Multijet macht Alfas Diesel flott

Neue Generation direkt einspritzender Turbodiesel mit Mehrphasen-Einspritzung

Ingo von Dahlern

Langsam oder gar lahm sind sie ja auch jetzt schon nicht – die direkt einspritzenden Turbodiesel von Alfa Romeo mit Unijet-Einspritztechnik und Common Rail. Ganz im Gegenteil, sie gehören zu den besonders flotten Dieseln, die man sehr sportlich bewegen kann – ja mit denen man sogar Motorsport betreiben kann. Wie bei dem in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragenen Alfa 147 Cup mit dem 1,9-Liter-JTD-Motor mit 119 kW (160 PS) , der bestätigt hat, dass Diesel und Rennwagen schon längst kein Widerspruch mehr sein müssen.

Doch nun werden auch die auf den Straßen fahrenden Diesel von Alfa noch erheblich flotter. Denn auf die bewährte Unijet-Technik – hier war Alfa 1997 mit dem 156 JTD als weltweit erstem Common-Rail-Diesel sogar Pionier, folgt bereits im Februar eine neue Motorengeneration mit der so genannten Multijet-Technik. Das ist die konsequente Weiterentwicklung jener Einspritztechnik mit dem Common Rail, der „gemeinsamen Verteilerleiste“, bei der Druckerzeugung und Einspritzung entkoppelt sind und der von einer Hochdruck-Kolbenpumpe mit eigenem Antrieb erzeugte Einspritzdruck von der Motordrehzahl unabhängig in einem Kennfeld frei gewählt werden kann. Und mit einer Kombination von Piloteinspritzung und darauf folgender Haupteinspritzung hatte man bereits einen entscheidenden Schritt auf dem Weg gemacht, den Einspritzvorgang zu „formen“ und sowohl für einen sanften Verbrennungsablauf als auch eine optimale Verbrennung zu sorgen. Doch nichts ist so gut, als dass man es nicht verbessern könnte. Denn die Weiterentwicklung der Mechanik bei den Injektoren und Fortschritte beim elektronischen Einspritzmanagement erlauben es nun, noch einen Schritt weiter zu gehen. Denn nun ist man in der Lage, die Haupteinspritzung selbst in mehrere Phasen zu unterteilen – vier insgesamt. Und in Verbindung mit einem auf bis zu 1400 bar gesteigerten Einspritzdruck bedeutet das bei erheblich gesteigerter Leistung noch niedrigere Verbräuche und Emissionen und eine noch bessere Laufkultur dieser Triebwerke.

Das erste davon ist der Im Februar an den Start gehende Multijet-Turbodiesel mit 1,9 Liter Hubraum und Vierventiltechnik und einer Leistung von 103 kW (140 PS). Das bedeutet gegenüber dem bislang eingesetzten Aggregat einen Leistungszuwachs von 22 Prozent. Parallel dazu wuchs das höchste Drehmoment von 275 Nm bei 2000/min auf nun 305 Nm bei identischer Drehzahl. Und außerdem sanken die Geräuschemissionen um bis zu 6,0 db(A). Wer beim Alfa 147 1.9 JTD 16V aufs Gaspedal tritt, mag bei diesem flott antretenden und bis zu 206 km/h schnellen Auto kaum glauben, dass unter der Motorhaube wirklich ein Diesel arbeitet. Das gilt auch für das zweite mit diesem Motor antretende Modell, den Alfa 156 1.9 JTD 16V, der dank seiner besseren Aerodynamik ebenso wie der Alfa Sportwagon sogar 209 km/h erreicht. Und das trotz eines Verbrauchs von gerade einmal 6,1 l/100 km – nur wenig mehr als die 5,9 l/100 km des Alfa 147 1.9 JTD 16V.

Die neue Technik ist ein Mosaik aus vielen einzelnen Verbesserungen in praktisch allen Bereichen des Motors und Motormanagements. Denn neben dem Vierventil-Zylinderkopf und neuen Injektoren setzt Alfa auf ein neues Steurergerät, Verbesserungen bei Kurbelwelle, Pleueln und Kolben, eine optimierte Abgas-Rückführung und eine verbesserte Ansaug- und Abgastechnik. Auch der Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie leistet seinen Beitrag zum sportlichen Auftritt des neuen Diesels mit Sechsgang-Schaltgetriebe.

Bei Alfa geht man davon aus, dass die weiterentwickelten Common-Rail-Diesel dazu beitragen werden, den Dieselanteil beim Alfa 147 auf bis zu 45 Prozent und beim Alfa 156 und Alfa Sportwagen auf bis zu 60 Prozent steigen zu lassen. Und das nicht zuletzt auch mit Blick auf die attraktiven Preise dieser flotten Selbstzünder. So bietet Alfa den 147 1.9 JTD 16V als Dreitürer in der Ausstattung Progression für 21 200 Euro und in der Ausstattung Distinctive für 22 800 Euro an – die Fünftürer kosten jeweils 750 Euro mehr. Für den Alfa 156 1.9 JTD 16V werden in der Ausstattung Progression 25 450 Euro und in der Ausstattung Distinctive 27 150 Euro verlangt und für den Sportwagon als Progression 26 650 Euro und als Distinctive 28 450 Euro.

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