Multimediale Schule : Das Ende der Kreidezeit

Jedes zweite Klassenzimmer an weiterführenden Schulen in Deutschland ist inzwischen online, ergab eine Umfrage des Verbands Bitkom. Wie verändern elektronische Medien das Lernen? Zwei Erfahrungsberichte.

Gerd W. Seidemann, Moritz von Molitor
Tablet statt Tafel. Lehrer und Schüler arbeiten längst mit moderner Technik.
Tablet statt Tafel. Lehrer und Schüler arbeiten längst mit moderner Technik.Foto: Fotolia

Das Smartboard – die Tafel des 21. Jahrhunderts. Sauber, einfach in der Handhabung und vor allem: praktisch! Mittlerweile setzen fast alle Schulen auf dieses Wunderwerk der Technik. So auch mein Gymnasium. Seitdem die weißen Ungetüme jeden unserer Klassenräume schmücken, können die Lehrer unsere – mehr oder weniger – schönen Tafelbilder direkt auf den eigenen Computern abspeichern und auch von zu Hause aus benoten.

Die moderne Tafel selbst operiert mit einem großen leistungsstarken Beamer, der das Unterrichtsmaterial von dem angeschlossenen Rechner direkt auf die riesige digitale Fläche projektiert. Im Grunde ist der ganze Schnickschnack nichts anders als der gute alte Overheadprojektor – nur eben…2014.

Unter anderem hilft das Smartboard ungemein bei Vorträgen, bei denen mit Powerpoint gearbeitet wird. Eigentlich kann man sagen, dass es alle Schüler lieben. Und wenn dann mal der Strom ausfällt oder der Beamer den Geist aufgibt, ist das Heulen groß. Nicht zuletzt, weil es sich so wunderbar zum entspannten Filmegucken eignet. Schließlich wurden schon einige Stunden von Lehrern, deren Unterrichtsvorbereitung ein wenig zu kurz kam, mit pädagogisch wertvollem Videomaterial überbrückt.

Die Tatsache, dass bei Stromausfall oder anderen technischen Ärger oft gar nichts mehr geht, stellt ein echtes Problem dar! Zwar hängt in fast allen Räumen zusätzlich noch ein analoges Whiteboard, das im Notfall gern genutzt wird, aber lange nicht so effektiv ist wie die elektronische Variante.

Wir Schüler vermissen besonders eines nicht: Den stinkenden Tafelwasser-Eimer, der unter der mit Kreideschlieren bedeckten Tafel thronte.

Aber nicht nur die Schüler schätzen diese technische Errungenschaft – auch die Lehrer. Für sie ist das ein ganzes Stück ersparte Arbeit. Und ganz egal, wie alt oder jung sie sind – alle finden (mittlerweile) problemlos den On/Off-Knopf.

Moritz von Molitor, der Autor ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse des Phorms Gymnasiums in Berlin-Mitte

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