Musiklehrer Burggaller : Ein Kreuz für die Musik

18.12.2012 00:00 UhrVon

Musiklehrer Martin Burggaller vom Arndt-Gymnasium in Dahlem wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. An seiner Schule hat er ein mehrstufiges Nachwuchskonzept eingeführt. Mit der United Big Band fuhr er im Sommer nach Madagaskar.

Musikalischer Einsatz. Lehrer Martin Burggaller dirigiert, sein Schüler Varoujan Simonian spielt die Geige beim Weihnachtskonzert des Arndt-Gymnasiums. Für sein langjähriges Engagement für die musikalische Bildung bekommt Burggaller am Freitag das Bundesverdienstkreuz.Foto: Christian MangBild vergrößern
Musikalischer Einsatz. Lehrer Martin Burggaller dirigiert, sein Schüler Varoujan Simonian spielt die Geige beim Weihnachtskonzert des Arndt-Gymnasiums. Für sein langjähriges... - Foto: Christian Mang

„Tür zu oder mitmachen“, sagt Martin Burggaller kurz vor dem letzten Orchesterstück freundlich, aber bestimmt, als der Schülerchor draußen schon beginnt Wirbel zu machen. Es ist die Generalprobe vor den beiden Weihnachtskonzerten des Arndt-Gymnasiums in der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem. Große Solisten, Dirigenten und Orchester haben hier schon gespielt und aufgenommen. Der Musiklehrer möchte seinen Schülern vermitteln, dass das hier etwas Besonderes ist. Sie sollen die Musik ernst nehmen, im Gegenzug setzt er sich dafür ein, dass ihre Schulmusik ernst genommen wird.

Diesen Freitag wird dem 52-Jährigen für sein Engagement für die musikalische Bildung das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er möchte den Schülern zeigen, dass sie an Kultur teilhaben und mitmachen können, sagt Burggaller. Dazu gehöre immer ein Handel. Zwei Konzerte mit Filmmusik, dafür dann eine Sinfonie. Burggaller hat die „Jazzkooperative Berliner Schulen“ ins Leben gerufen, in der sich Schüler-Big-Bands gegenseitig unterstützen. Auch Neue Musik will er seinen Schülern näherbringen und plant dazu für nächstes Jahr ein Projekt mit einem griechischen Komponisten.

Burggaller ist seit 1999 am Arndt-Gymnasium Lehrer für Musik und Geschichte und hat an der Schule ein mehrstufiges Nachwuchsprogramm eingeführt. Seine Schüler sind schon in der Berliner Philharmonie aufgetreten und haben mit der Komischen Oper Berlin kooperiert. Drei Orchester und drei Big Bands gibt es am Arndt-Gymnasium, jeweils für Einsteiger, für die Mittelstufe und für die Oberstufe. Man brauche die verschiedenen Stufen, um ein Orchester aufzubauen, meint Burggaller, damit sich die Schüler angespornt, aber nicht überfordert fühlen.

Mit der schulenübergreifenden United Big Band fuhr Burggaller in den Sommerferien nach Madagaskar zum Jugendbildungsprojekt „Antseranantsoa“ des Vereins „Ny Hary“. Die deutschen und die madagassischen Schüler musizierten gemeinsam. Zusammen Musik machen am Arndt-Gymnasium auch Lehrer und Eltern in einem Kammerorchester und Mütter und Väter in einer Eltern-Big-Band.

Musik könne die Schule über Klassen, Alter und Status hinweg zusammenbringen, sagt Burggaller. Den Kindern tue es gut zu sehen, dass sie bei einem Instrument mitunter schon weiter sind als ihre Eltern und sich die Erwachsenen trotzdem einbringen. Einige von Burggallers ehemaligen Schülern sind professionelle Musiker geworden. Wegen der harten Bedingungen sei er jedoch sehr vorsichtig, dazu zu raten. Drei von ihnen spielen heute Jazz in New York.

Burggaller, aufgewachsen in der Nähe von Köln, war nach seiner Promotion in Musikdidaktik zunächst freiberuflich als Musiker tätig. Er spielt Klavier, Trompete und Saxophon. Dass er später als Lehrer an die Schule gehen werde, war ihm aber früh klar. Inspiriert vom eigenen Musiklehrer, der mit den Kindern im Unterricht viel musizierte, begann Burggaller bereits ab der achten oder neunten Klasse jüngeren Mitschülern die Instrumente zu erklären. Katharina Ludwig

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