Musikunterricht : Dirigenten protestieren bei Zöllner

Die Chefs von 13 Berliner Musikinstitutionen protestieren in einem offenen Brief an Senator Zöllner gegen verkürzten Musikunterricht.

Prominenter Protest gegen verkürzten Musikunterricht: Simon Rattle und Daniel Barenboim gehören zu den 13 Chefs von Berliner Musikinstitutionen, die mit einem offenen Briefes an Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) fordern, dass „die musikalische Allgemeinbildung nicht aus unserer Stadt verbannt“ wird. Es könne nicht sein, dass es Schüler in den Klassen 7 bis 9 gebe, die drei Jahre lang überhaupt keinen Musikunterricht hätten.

Seit knapp zwei Jahrzehnten werde in den weiterführenden Schulen immer weniger Musik unterrichtet, heißt es in dem Brief. In der neuen Sekundarschule komme noch hinzu, dass künftig die Fächer Musik und Kunst ausgetauscht werden könnten – so dass Musik in einigen Klassen möglicherweise gar nicht mehr statt finde. Auch am Gymnasium sei die Lage nicht besser: Ab Klasse 11 falle der Musikunterricht vollständig weg. Dies habe „fatale Wirkung“ auf die Berliner Musikkultur. Allgemeinwissen werde auf naturwissenschaftliche und ökonomische Inhalte reduziert.

Die Intendanten fordern Zöllner auf, zusammen mit dem Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) eine Lösung zu finden. Der VDS hatte sich bereits im Februar ebenfalls mit einem Brief an Zöllner gerichtet. Eine Reaktion gebe es bislang nicht, so der Landesvorsitzende Hubert Kolland. Er fordert mindestens zwei Wochenstunden Musik ab der fünften Klasse bis zum Ende der Schulzeit, außerdem den Ausbau von musikbetonten Zweigen in Sekundarschulen und Gymnasien.

Unterschrieben haben den Brief auch die Intendantin der Deutschen Oper Kirsten Harms, der Intendant der Komischen Oper Andreas Homoki, die Intendantin der Philharmoniker Pamela Rosenberg, der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Donald Runnicles, der Künstlerische Leiter des Rundfunk Sinfonieorchesters Marek Janowski und Ingo Metzmacher, der Künstlerische Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Eine Kundgebung mit Pamela Rosenberg ist am Dienstag um 13 Uhr im Foyer der Philharmonie geplant. pth

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