Schule : Nachrichten

Roland Koch

Im Lexus RX 400 h sollte man auf keinen Fall Kinder mitnehmen! Nicht, dass die Kleinen nicht sicher sitzen. Nein, sie haben einen zu guten Blick auf das Armaturenbrett von ihren hinteren Plätzen aus. Vorn befindet sich nämlich der Bildschirm des Navigationsgeräts. Beim Rückwärtsfahren wird von einer in der Heckklappe eingebauten Kamera ein Videobild des rückwärtigen Geschehens auf diesen Bildschirm übertragen. Alle Kinder, wirklich alle, die ich im Lexus mitgenommen habe, waren davon so begeistert, dass ich fortan ständig rückwärts fahren sollte.

Ja, der RX 400 h begeistert. Das will ich gleich vorweg sagen: Auch mir ging es so – besonders beim Vorwärtsfahren allerdings. Die Technik des Hybrid-Autos hat es mir angetan. Nicht nur, dass hier ein Benzinmotor mit zwei Elektromotoren kombiniert wurde, was den Verbrauch des riesigen Gefährts auf Mittelklasse-Niveau herunterschraubt. Nein, das Ganze funktioniert im Alltag auch noch absolut reibungslos. Die Hybrid-Technik ist ein tolles Konzept, um steigenden Benzinpreisen und ökologischen Notwendigkeiten zu begegnen, ohne dabei auf Leistung oder Komfort verzichten zu müssen.

Aber, fangen wir vorne an. Eine Woche lang durfte ich das Sports Utility Vehicle (SUV) durch die Lande steuern. Auf dem Programm standen Familienalltag in der Großstadt, ein Ausflug nach Brandenburg und eine längere Autobahnfahrt. Ausgiebig Gelegenheit also, ein Auto in allen Lebenslagen kennen zu lernen.

Der RX 400 h ist mit seiner modernen Technik derzeit ein echtes Nischenprodukt. Nur wenige Hersteller bieten diese Technik überhaupt an. Lexus – eine Marke von Toyota – gehört dazu und verdient schon deshalb ein dickes Lob. Eine weitere Besonderheit an diesem Auto ist seine Geräuschkulisse, oder besser gesagt, es sind die fehlenden Geräusche. Wenn man den Wagen startet, ist zunächst nur der Elektromotor aktiviert und der gibt absolut keinen Ton von sich. Das gilt aber auch fürs Anfahren und geringe Geschwindigkeiten. Hier reicht der Elektromotor oft aus. Dann bewegt sich das Auto wie von Geisterhand. Will man schneller fahren oder stärker beschleunigen, schaltet sich der 3,3-Liter-Benzinmotor zu. Der grummelt leise vor sich hin und verleiht dem RX 400 h den Antritt eines Porscheschrecks. In 7,6 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Maximal sind 200 km/h drin – und das bei einem Verbrauch so um die neun Liter auf 100 Kilometer.

Die Beurteilung der Schönheit des hochbeinigen Gefährts gestaltete sich so vielstimmig, dass sich kein abschließendes Urteil verkünden lässt. Alle an den Fahrten teilnehmenden Personen fanden die Lederausstattung der Luxury-Variante schick. Einhellig war auch die Meinung, dass einige Kunststoff-Schalter innen unnötig billig aussehen. Schließlich kostet Lexus mindestens 49750 Euro.

Aber zurück zur eingebauten Kamera. Diese Sehhilfe ist leider nötig, weil der Blick nach hinten doch eher eingeschränkt ist. Nicht nur wenn man den RX 400 h in Parkhäusern rangiert, beschleicht einen mitunter ein ungutes Blindflug-Gefühl. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum wir beiden keine Freunde fürs Leben wurden. So schön es ist, in einem großen und innovativen Auto unterwegs zu sein, ich hätte in der luxuriösen Hightech-Karosse gern auch einen besseren Ausblick gehabt.

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