Schule : Nachrichten

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Ich sah sie von weitem. Strahlend war sie. Genauso wie in meinen Träumen. In den Händen meines intimsten Freundes. Ich habe ihn gefragt, ob ich sie mal ausleihen dürfte. Einmal. Zweimal. Beim dritten Mal habe ich mich dann in sie verliebt. Und dann hat er sie mir verkauft. Denn auf Französisch und Italienisch ist es eine Sie. So konnte ich eigentlich noch nie wirklich der Wagen sagen, la voiture, la macchina.

Einmal sie, immer sie. Das Auto geht gerade noch so. Höchstens der Cabrio zergeht mir einfacher auf der Zunge. Oder aber auch der Saab. Da passte das Geschlecht. Der war nämlich ein wenig bullig und konservativ, ja vielleicht sogar auch ein bisschen lahm, aber er war Teil meiner beruflichen Ausstattung. Ja, es war ein Er.

Aber gut. Mein Auto ist eine fünfzehnjährige Italienerin. Eine sehr temperamentvolle. Hübsch. Große Augen. Rassig. Und kapriziös. Sie macht eben, was sie will, wann sie will. Ich musste sie mit viel Geduld zähmen, vor allem in den letzten drei Jahren. Dafür musste ich alles machen, was man in der üblichen Werbung für Autos und Frauen nie sieht und niemals sehen wird. Ich habe sogar Mechanikkurse belegt, um sie endlich selber zu domptieren. Von den Reifen über die Luftventilatoren bis hin zu den Kerzenspitzen kenne ich jetzt alle ihre Geheimnisse. Und Gott weiß, wie viele das sind!

AC COPPENS

MANAGEMENT CONSULTANT

Alfa Romeo Spider, Bj. 1990,

Hubraum 1962 ccm, 120 PS, 190 km/h Spitze

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