Schule : Neue Viergang-Automatik

Nun als drittes Getriebe im Ford Fiesta und Fusion

Bodo Richerts

Für die beiden Modellfamilien Fiesta und Fusion bietet Ford in Verbindung mit dem 74 kW (100 PS) leistenden 1,6-Liter-Benziner neben dem Fünfgang-Schaltgetriebe für einen Aufpreis von 1125 Euro nun auch eine neue Durashift genannte Viergang-Automatik an. Zusammen mit dem ebenfalls auf Wunsch verfügbaren automatisierten Schaltgetriebe Durashift EST (Electronic Shift Technology) ist dies die dritte Getriebevariante für die beiden Modellfamilien.

Die neue Automatik gehört zu den konventionellen Wandlerautomatiken in einer modernen Entwicklungsstufe, bei der die Gangwechsel mit Hilfe eines hydraulisch gesteuerten Systems aus Kupplung, Bremse und Planeten-Getriebe geschehen. Dieses System arbeitet besonders sanft und ruckfrei und erlaubt dem Ford Durashift Automatik den Spurt auf Tempo 100 binnen gerade einmal 11,7 Sekunden sowie maximal 179 km/h

Kernstücke der Steuerung der neuen Automatik, die über das so genannte Engine Control Module (ECM) mit dem Motormanagement des 1,6-Liter-Triebwerks vernetzt ist, sind die Electronic Throttle Control (ETC) mit by-wire angesteuerter Drosselklappe und das Transmission Control Module (TCM). So kann das Getriebe im Zusammenspiel mit dem Motor jederzeit optimal auf die Wünsche des Fahrers eingehen, die aktuellen Straßenbedingungen berücksichtigen und die Aktionen des Drehmomentwandlers anpassen. Der bleibt bis etwa Tempo 80 aktiv – dann sorgt die Wandlerüberbrückungskupplung für den direkten Durchtrieb.

Die Wünsche des Fahrers umsetzen

Durch TCM, das die Gangwahl regelt, werden die Drosselklappenstellungen, die Fahrzeuggeschwindigkeit und die Motordrehzahl überwacht und ausgewertet, um zu erkennen, unter welchen Bedingungen das Fahrzeug genutzt wird. Dem entsprechend werden verschiedene Automatik-Voreinstellungen aktiviert. Dazu gehören der Kickdown, bei dem das Hochschalten verschoben oder in eine niedrigere Gangstufe geschaltet wird, um eine maximale Beschleunigung zu erzielen, wenn der Fahrer das Gaspedal durchtritt. Sobald es wieder losgelassen wird, schaltet das Getriebe in den normalen Modus zurück. So lassen sich die Wünsche des Fahrers sofort umsetzen – ohne die üblichen Voreinstellungen Eco oder Sport.

Durch den Vergleich von Gaspedalstellung, Motordrehzahl und Geschwindigkeit erkennt das TCM Bergauffahrten und optimiert dann die Schaltpunkte, so dass man ohne hektische Gangwechsel das Tempo beibehalten kann. Und durch zusätzliches Beobachten der Bremse erkennt die Getriebesteuerung auch Bergabfahrten und sorgt dann durch den Wechsel in eine niedrigere Gangstufe dafür, dass die Motorbremse unterstützend eingreift. Außerdem verhindert ein spezieller Temperatur-Mode, das Hochschalten in die vierte Fahrstufe bevor das Getriebeöl erwärmt ist. Das vermindert die Getriebebelastungen beim Kaltstart. Und mit dem Overdrive off-Schalter kann der Fahrer außerdem aktiv eingreifen und ein Hochschalten in die letzte Fahrstufe unterbinden.

750 000 Testkilometer

Ford hat die neue Automatik zusätzlich zu den üblichen Tests auf Prüfständen in 70 Testwagen auf 750 000 Testkilometern rund um den Globus erprobt – im eisigen Winter in Finnland, bei Hochgeschwindigkeitstests unter tropischen Temperaturen im süditalienischen Nardo und spanischen Idiada und auf schweren Bergetappen in Österreich und Andorra, bei denen oft ein 900 Kilogramm schwerer Anhänger gezogen wurde. Auch in den Staus von Tokio und im Staub und der Hitze des australischen Outbacks musste sich die neue Automatik bewähren.

Das neben der neuen Automatik und dem Schaltgetriebe angebotene automatisierte Schaltgetriebe Durashift EST kombiniert das Fünfgang-Schaltgetriebe mit einem elektro-mechanischen Bedienungssystem. Dabei wechseln zwei Elektromotoren die Gänge, während ein dritter die Kupplung betätigt. Deshalb fehlt auch hier wie bei einer klassischen Automatik das Kupplungspedal. Der Fahrer kann jederzeit zwischen Automatikmodus Auto Shift Mode (ASM) und manuellen Gangwechsel Select Shift Mode (SSM) wählen.

Im Automatikmodus werden die Gänge automatisch gewechselt während sie im manuellen Modus durch Antippen des Schalthebels vom Fahrer sequenziell aktiviert werden. Hochgeschaltet wird mit Ziehen des Hebels nach hinten, heruntergeschaltet durch kurzen Druck nach vorn. Sokann man auch betont sportlich fahren.

Überlässt man die Gangwahl der Automatik, kostet das keinen Tropfen Spti extra, denn auch dann fährt man mit einem normalen Schaltgetriebe – und da die Automatik die optimalen Schaltpunkte besonders sicher erkennt, meist sogar sparsamer, als mit manueller Gangwahl. So bietet das automatisierte Schaltgetriebe die Vorteile einer Automatik und zugleich die Möglichkeit, mit Hand zu schalten, was ohne Kupplung besonders komfortabel ist.

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