Schule : Neues Licht auf alte Autos

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, sollte sich Expertenrat holen / Tachomanipulation jetzt strafbar

Anja Giese

Mehr Schutz für Gebrauchtwagenkäufer soll ein neues Gesetz bieten, das vor wenigen Wochen vom Bundestag verabschiedet wurde: Tachomanipulation ist jetzt strafbar. „Der Kilometerstand eines Fahrzeugs spielt bei der Kaufentscheidung eines Gebrauchtwagens eine große Rolle“, sagt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. „Wer den Wegstreckenzähler manipuliert, soll künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldbuße bestraft werden.“ Bislang war die Manipulation selbst nicht strafbar. Sie wurde es erst, wenn sie eine Hilfeleistung zu einem konkreten Betrug darstellte, also dem Verkauf eines Autos mit manipuliertem Tacho diente. In der Folge wurden Tachomanipulationen für skrupellose „Experten“ ein einträgliches Geschäft, weil diese Absicht nur schwer nachweisbar war.

Im vergangenen Jahr wechselten in Deutschland rund 6,6 Millionen Pkw den Besitzer. Obwohl der Kauf aus zweiter Hand gerade für Laien immer auch ein Risiko ist, lässt es sich aber zumindest ein wenig mindern, wenn man die Hilfen und Tipps von Experten berücksichtigt. Der Dekra-Sachverständige Carsten Bräuer rät deshalb dringend zu einer gut durchdachten Vorbereitung. Dazu gehört, sich klarzumachen, welches Fahrzeug man tatsächlich benötigt und wie hoch der Preis sein darf. Vor allem aber sollte man eine ausführliche Checkliste zur Besichtigung mitnehmen. Hilfreich ist etwa die ADAC-Checkliste (www.adac.de). Die Dekra bietet zudem eine Begutachtung gebrauchter Autos an. Auf diese Weise lässt sich auch der Verkäufer testen. Wer nichts zu verbergen hat, wird das Fahrzeug ohne Murren in Expertenhände geben.

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