Neuköllner Hauptschule : Rütli-Rektor verzichtet auf seinen Posten

Als Konsequenz aus der Fusion mit der Heinrich-Heine-Realschule gibt Aleksander Dzembritzki die Leitung der Neuköllner Rütli-Hauptschule vom kommenden Schuljahr an ab.

Susanne Vieth-Entus
Aleksander Dzembritzki
Öfnete Türen. Aleksander Dzembritzki hat die Leitung der Rütli-Schule in schweren Zeiten übernommen. -Mike Wolff

Aleksander Dzembritzki gibt vom kommenden Schuljahr an die Leitung der Neuköllner Rütli-Hauptschule ab. Grund ist die Fusion mit der Heinrich-Heine-Realschule. Die dann entstehende Gemeinschaftsschule soll – wie alle anderen Gemeinschaftsschulen auch – nur einen Rektoren haben. Deshalb musste eine Entscheidung zwischen der Leiterin der Heine-Schule, Cordula Heckmann, und Dzembritzki fallen. Für Heckmann spricht, dass sie längere Schulleitererfahrungen hat und damit einen klaren Vorsprung vor dem Rütli-Rektor, der als Hauptschullehrer den unbeliebten Neuköllner Posten übernommen hatte.

Die Bildungsverwaltung würdigt die Bereitschaft Dzembritzkis, sich nach einer anderen Führungsaufgabe umzusehen. Auf diese Weise werde verhindert, dass der Campus Rütli durch Personalquerelen Schaden nehme, sagte am Montag Verwaltungssprecher Jens Stiller auf Anfrage.

Dzembritzki war im Oktober 2006 als „Retter in der Not“ begrüßt worden. Damals wollte niemand die Rektorenstelle der verrufenen Schule übernehmen, die nach dem berühmten „Brandbrief“ kommissarisch von dem damaligen Rektor der Paul-Löbe-Hauptschule, Helmut Hochschild, geleitet wurde. Dzembritzki hatte zuvor zu den hunderten Lehrern gehört, die in Berlin keine Stelle bekommen konnten, und war deshalb nach Lübeck ausgewichen. Da er gern in seine Heimatstadt zurückkommen wollte, nahm er die Gelegenheit wahr. Der damalige Bildungssenator Klaus Böger (SPD) ließ es sich nicht nehmen, den neuen Leiter selbst der Öffentlichkeit vorzustellen.

Zu Dzembritzkis Verdiensten gehört es, dass Rütli- und Heine-Schule zu einem Bildungsverbund zusammenwuchsen: Unter den beiden Vorgängern hatte zwischen den Nachbarschulen jahrelang Funkstille geherrscht. Dzembritzki wollte sein Kollegium am Montag darüber unterrichten, dass er sich „schweren Herzens“ aus der Rütli-Schule zurückzieht, sagte er dem Tagesspiegel.Susanne Vieth-Entus

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