Schule : Nicht nur Käse und Tulpen

Holländer sind auch erfahrene Autobauer

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Sie produzieren nicht nur Käse, frisches Gemüse, Tulpen und den wohl besten Matjes – unsere niederländischen Nachbarn, sondern sind auch erfahrene Autobauer. Und zu den inzwischen traditionsreichen PersonenwagenWerken gehört neben dem Werk Genk der Kölner Ford-Werke das NedCar-Werk in Born in der Provinz Limburg. Das feiert in diesen Tagen gleich ein Doppeljubiläum – seinen 35. Geburtstag und das viermillionste Fahrzeug, das die Borner Fertigungsbänder verlassen hat.

Gebaut wurde das 1968 eröffnete Werk damals für die Fertigung von Personenwagen der niederländischen Marke DAF, zu deren Pionierleistungen die ersten stufenlosen Automatikgetriebe mit Keilriemenautomatik gehörten. Eine Technik, die seitdem konsequent weiterentwickelt wurde und in einer schon viel fortschrittlicheren Variante dann auch in verschiedenen Volvo-Modellen eingesetzt wurde, die von 1991 an von den Fertigungsbändern in Born rollten.

Damals hatten Volvo, Mitsubishi und der holländische Staat das Werk zu gleichen Anteilen als Joint Venture übernommen. Der Staat zog sich allerdings 1999 zurück und übertrug sein Drittel zu gleichen Teilen an die verbleibenden Partner Volvo und Mitsubishi, die schon kurz nach dem Erwerb des Werks mit dessen gründlicher Modernisierung begannen, wobei große Flexibilität besondere Priorität genoss.

So konnten von 1995 an vom gleichen Band sowohl der Mitsubishi Carisma als auch der Volvo S40/V40 rollen – gefertigt vom gleichen Team. 1998 kam ein weiteres Band hinzu, auf dem der kompakte Minivan Mitsubishi Space Star entstand – jenes Fahrzeug, das in diesen Tagen die vierte Million in Born komplett machte.

Seit 2001 ist das Werk zu 100 Prozent im Besitz von Mitsubishi und auch die Ära der „Tulpen-Volvos“ ist damit abgeschlossen. Denn schon bald rollen zwei ganz neue Autos aus den Hallen. Das eine ist der Nachfolger des Mitsubishi Colt, dessen europäische Version derzeit noch als New Compact Car bezeichnet wird. Und das zweite ist der viertürige Smart Forfour. Beide basieren auf einer gemeinsamen Plattform und werden auch mit gemeinsamen Motoren ausgestattet. Die stammen aus dem neuen DaimlerChrysler-Motorenwerk im thüringischen Kölleda, das schon bald mit der Fertigung beginnen wird. ivd

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