Schule : Nicht zu schnell im eigenen Viertel

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Es sind nicht immer nur Fremde, die in Wohngebieten mit Tempo-30-Regelung zu schnell fahren. Denn auch Anwohner übertreten dort immer wieder die Regeln, wie Unfallforscher der Bundesanstalt für Straßenwesen feststellen mussten. Und auch Eltern, die mit oder ohne ihre Jüngsten an Bord mit überhöhter Geschwindigkeit zum Kindergarten fahren und dort im absoluten Haltverbot stehen, sind alles andere als seltene Ausnahmen.

Leidtragende solchen Verhaltens sind insbesondere die in Wohngebieten spielenden Kinder, die im Spiel oft die Straße betreten, ohne dabei auf den Verkehr zu achten. Denn der Bordstein ist für spielende Kinder nicht automatisch auch die Grenze für ihre Aktivitäten. Vertieft ins Spiel vergessen Kinder oft genug die Gefahren, die jenseits des Bordsteins lauern.

Denn ihr Seh-, Hör- und Reaktionsvermögen ist nun einmal sehr eingeschränkt und wenig entwickelt ist auch ihr Gefahrenbewußtsein. Und der Straßenverkehr, der ist für ein spielendes Kind ausgesprochen unwichtig. Ja selbst, wenn es ihm gelingt, sich kurzzeitig einmal auf den Verkehr zu konzentrieren, kann es im Spiel schon Sekunden später durch interessantere Eindrücke abgelenkt werden. Und dann vergisst es, vor dem Überqueren der Straße nach links und rechts zu blicken.

Denn Kinder sind nun einmal keine kleinen Erwachsenen, die im Spiel jeden ihrer Schritte auf die Straße genau kalkulieren. Sie laufen einfach los. Wenn man im Wohngebiet dann mit dem erlaubten Tempo 30 unterwegs ist und rund 15 Meter vor dem Fahrzeug plötzlich ein Kind auftaucht, dann reicht eine zügige Gefahrenbremsung normalerweise aus, um einen Zusammenprall zu vermeiden. Wer in einer solchen Situation allerdings mit Tempo 50 fährt, braucht selbst dann, wenn er ausgesprochen schnell reagiert, immer noch einen Anhalteweg von 26 Meter. Und dann kommt es unvermeidlich zu einem Zusammenstoß, der auch noch recht heftig ausfällt. Denn im Augenblick des Aufpralls auf das Kind zeigt der Tacho des verzögernden Fahrzeugs immer noch Tempo 45 an. Und das ist eine Geschwindigkeit, bei der man mit erheblichen Verletzungen rechnen muss.

Doch Zusammenstöße mit Autos sind nicht die einzige Gefahr, die Kindern droht. Denn viel zu viele Kinder werden von ihren Eltern bei der Fahrt mit dem Auto auch nicht ausreichend gesichert. Gerade bei der Fahrt auf Kurzstrecken beobachten Unfallforscher einen erheblichen Schlendrian. Sieben Prozent der Kinder wurden im vergangenen Jahr innerorts überhaupt nicht gesichert. Und fast jedes zweite Kind über sechs Jahren war nicht altersgerecht gesichert.

Denn während fast alle Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr mit einer Babyliegeschale oder einem Kindersitz gesichert werden, benutzen Eltern bei den sechs- bis zwölfjährigen Kindern nur noch für ein Drittel eine Sitzerhöhung während zwei Drittel nur noch mit dem Erwachsenengurt angeschallt wurden. Das ist zwar besser, als die Kinder überhaupt nicht zu sichern, bedeutet aber bereits bei Stadttempo ein erhebliches Sicherheits- und Verletzungsrisiko. Denn der nicht kindgerechte Verlauf des Erwachsenengurts kann bei einem Unfall sowohl zu Quetschungen im Bauchraum führen als auch dem Kind die Luft abdrücken. ivd

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